Morbus Menière
Welche Ursachen die Schwindelanfälle haben
Aktualisiert am 17.07.2026 – 10:28 UhrLesedauer: 3 Min.
Typisch für Morbus Menière sind Drehschwindel-Anfälle und Hörprobleme. Welche Ursachen dahinterstecken und welchen Einfluss die Psyche hat.
Bei Menschen mit Morbus Menière kommt es immer wieder zu (meist) heftigen Anfällen von Drehschwindel. Oft werden diese von weiteren Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Ohrgeräuschen, akuter Hörminderung und Druck im Ohr begleitet. Die Dauer solcher Menière-Anfälle kann einige Minuten bis mehrere Stunden betragen.
Morbus Menière: Was sind die Ursachen?
Die Ursachen für die Drehschwindel-Anfälle bei Morbus Menière liegen im Innenohr. Dieses besteht anatomisch gesehen aus dem sogenannten Labyrinth. Darin befinden sich das Hörorgan (Hörschnecke, Cochlea) und das Gleichgewichtsorgan (Vestibularapparat).
- Morbus Menière: Diese Symptome sind typisch
Das Labyrinth besteht aus zwei Bereichen, dem knöchernen und dem häutigen Labyrinth. Das knöcherne Labyrinth ist ein kanalartig geformter Hohlraum im Schädelknochen. Darin schlauchartig angeschmiegt liegt das häutige (membranöse) Labyrinth, welches mit Flüssigkeit angefüllt ist, der sogenannten Endolymphe.
Die Endolymphe spielt eine wichtige Rolle für die Weiterleitung von Reizen an das Gehirn. Dank ihr registriert das Gleichgewichtsorgan Veränderungen von Position und Lage und sendet sie ans Gehirn, wenn sich die Flüssigkeit im häutigen Labyrinth bewegt und dabei die Sinneszellen stimuliert. Auch in der Hörschnecke verhilft die Endolymphe zur Wahrnehmung von Hörreizen, wenn Schallwellen die Flüssigkeit unterschiedlich stark komprimieren und so die Hörsinneszellen anregen.
Bei Menschen mit Morbus Menière staut sich jedoch immer wieder ein Zuviel an Flüssigkeit im häutigen Labyrinth an (Fachausdruck: endolymphatischer Hydrops) und bringt die Signale von Gleichgewichts- und Hörorgan an das Gehirn durcheinander. Das wiederum löst die für einen Menière-Anfall typischen Symptome wie Drehschwindel und Hörprobleme aus.
Nach einer Weile normalisieren sich die Flüssigkeitsverhältnisse wieder – dann lassen die Beschwerden nach. Was genau dazu führt, dass sich bei den Betroffenen zu viel Endolymphe im Innenohr aufbaut, ist bislang nicht bekannt.
Warum kommt es zu Morbus Menière?
Weshalb manche Menschen an Morbus Menière erkranken und andere nicht, ist nicht vollständig geklärt. Fachleute vermuten jedoch, dass es bei Morbus Menière nicht nur eine einzige Ursache gibt, sondern mehrere Faktoren eine Rolle spielen könnten:
- genetische Komponente: In manchen Fällen tritt Morbus Menière familiär gehäuft auf, eine erbliche Vorbelastung ist deshalb nicht ausgeschlossen. Welche Gene dabei genau eine Rolle spielen, ist bislang unbekannt. Ebenso, ob diese Einfluss auf die Regulation beziehungsweise auf das Volumen der Endolymphe nehmen.
- Geschlechtshormone: Im Allgemeinen tritt die Menière-Krankheit bei Frauen etwas häufiger auf als bei Männern. Inwiefern hormonelle Einflüsse bei der Entstehung den Ausschlag geben, ist jedoch unklar.
- Autoimmunerkrankungen: Morbus Menière scheint im Zusammenhang mit verschiedenen Autoimmunerkrankungen häufiger aufzutreten; das gilt etwa für rheumatoide Arthritis, systemischen Lupus erythematodes oder Morbus Bechterew. Ob Autoimmunprozesse auch zur Menière-Krankheit beitragen, ist bislang jedoch unbekannt.
- Virusinfekte: Manche Fachleute vermuten, dass eine unverhältnismäßige Reaktion des Immunsystems auf einen Virusinfekt (etwa durch Herpesviren) im Innenohr die Ursache für Morbus Menière ist. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es allerdings nicht.
- Allergien: Ob vereinzelt möglicherweise Nahrungsmittelallergien eine Rolle bei Morbus Menière spielen, muss sich erst noch erweisen.
- Stress: Psychischer Stress scheint die Menière-Krankheit zu beeinflussen. Er kann offenbar dazu beitragen, dass Drehschwindel-Anfälle häufiger auftreten und die dabei ausgelösten Symptome verstärken.














