Magna macht in Franken dicht
Autozulieferer schließt Werk in Deutschland
14.07.2026 – 10:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Autozulieferer Magna gibt sein Werk in Franken auf. Die Gewerkschaft fühlt sich getäuscht.
Die anhaltende Krise in der deutschen Autoindustrie trifft auch die Zulieferer. Das Werk des Automobilzulieferers Magna im unterfränkischen Dorfprozelten soll Mitte nächsten Jahres geschlossen werden. Betroffen seien 216 Mitarbeiter, wie das Unternehmen Magna International (Germany) mitteilte. Die Gewerkschaft IG Metall sprach von einem erheblichen Schaden für das Vertrauen in die Verlässlichkeit der getroffenen Vereinbarungen.
Percy Scheidler, erster Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg, erhob schwere Vorwürfe gegen den Konzern und erklärte.: „Magna hat vereinbarte Arbeit, Aufträge und Anlagen nicht geliefert und hat jetzt entschieden, dass der Standort nicht mehr tragfähig ist. Unternehmertum sieht anders aus!“
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Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit einer anhaltend negativen Geschäfts- und Marktentwicklung. „Trotz finanzieller Investitionen und umgesetzter Kostensenkungsmaßnahmen in den letzten Jahren konnte die Zukunftsfähigkeit nicht aufrechterhalten werden“, teilte ein Sprecher mit. In dem Werk werden Außen- und Rückspiegel hergestellt.
Konzern übergeht Vereinbarung von 2023
2023 war der Standort im fränkischen Landkreis Miltenberg bereits von Schließung bedroht, wurde aber zunächst gerettet. Unternehmen und IG Metall einigten sich damals auf ein Eckpunktepapier, wonach die Fortführung mit mindestens 250 Beschäftigten bis Ende 2028 sichergestellt werden sollte. Damals gab es dort noch etwa 450 Beschäftigte.
Die IG Metall kritisiere die am Montag verkündete Managemententscheidung bei Magna Dorfprozelten scharf. Entgegen den Zusagen von vor drei Jahren seien keine neuen Produkte am Standort platziert und auch nicht von anderen Standorten nach Dorfprozelten verlagert worden.
„Wir haben mehrfach auf veränderte Marktbedingungen reagiert, Konzepte angepasst und konstruktive Vorschläge eingebracht. Umso enttäuschter und entsetzter sind wir über diese Entscheidung“, sagte Gewerkschafter Percy Scheidler.
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Das Management hat der Gewerkschaft zufolge entschieden, die für den Standort zentrale Zukunftstechnologie „LC-Spiegelglas“ nicht weiterzuentwickeln und nicht zur Serienreife zu führen. „Für die Entwicklung und Vermarktung der LC-Technologie wurden erhebliche Fördermittel des Freistaats Bayern eingesetzt, der ernste Wille, das Produkt an den Markt zu bringen, hat sich nicht gezeigt“, sagte Gewerkschaftssekretär und Betriebsbetreuer Christoph Curs.

Die deutsche Autoindustrie steckt in der Krise. VW-Chef Oliver Blume bestätigte jetzt, dass der Konzern bis 2030 bis zu 100.000 Beschäftigte entlassen könnte. Das ist ein Sechstel der Gesamtmitarbeiterschaft. Auch Zulieferer wie Bosch kündigten Stellenstreichungen an.













