Die im Nasdaq 100-Index erfassten US-Technologieaktien erreichten am 19. Dezember neue Allzeithochs und übertrafen damit den vorherigen Höchststand im Jahr 2021. Euronews Business untersucht, warum.
Was noch überraschender ist, ist, dass dieses Kunststück erreicht wurde, während die US-Zinsen bei 5,5 % verharren, ein Faktor, von dem viele glaubten, dass er als unüberwindbare Bremse für die Rallye des Nasdaq 100 wirken würde.
Seit Jahresbeginn ist der US-Tech-Index um beeindruckende 55 % gestiegen und markiert damit sein bestes Jahr seit dem Tech-Dotcom-Boom von 1999.
Unterdessen ist auf der anderen Seite des Atlantiks der Technologieindex Euro Stoxx seit Jahresbeginn um 33 % gestiegen, liegt aber immer noch etwa 10 % unter seinen vorherigen Höchstständen im Jahr 2021.
Die eklatante Frage, die sich aus dieser Diskrepanz ergibt, lautet: Warum schneiden europäische Technologieaktien weiterhin schlechter ab als ihre amerikanischen Pendants?
Die Antwort liegt in den Zahlen und im Unbestreitbaren Dominanz amerikanischer Technologieaktien auf der globalen Bühneinsbesondere in Sektoren mit hoher Wertschöpfung wie künstliche Intelligenz, Halbleiter und Elektrofahrzeuge.
Die sieben größten US-amerikanischen Technologieunternehmen, die oft als „Magnificent Seven“ bezeichnet werden, umfassen: Alphabet Inc (Google), Amazon.com Inc, Apple IncMeta Platforms Inc, Microsoft Corp, Nvidia Corp und Tesla Inc verfügen über einen gemeinsamen Marktwert von über 12 Billionen US-Dollar (11 Billionen Euro).
Um dies ins rechte Licht zu rücken: Ihr Wert entspricht fast dem gesamten Bruttoinlandsprodukt der vier größten europäischen Volkswirtschaften: Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien, das sich auf 13 Billionen US-Dollar beläuft.
Wenn wir die sieben größten Technologieunternehmen Europas vergleichen, beträgt ihre gemeinsame Marktkapitalisierung lediglich 705 Milliarden US-Dollar und ist damit etwa 20-mal niedriger als die ihrer amerikanischen Pendants.
Was den Umsatz angeht, haben die Magnificent Seven in den letzten 12 Monaten erstaunliche 1.720 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet, während ihre europäischen Pendants nur 133 Milliarden US-Dollar schafften.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die technologische Dominanz der Vereinigten Staaten keine neue Entwicklung ist; Es ist seit weit über einem Jahrzehnt ein vorherrschender Trend.
In den letzten 10 Jahren betrug die durchschnittliche jährliche Umsatzwachstumsrate großer US-amerikanischer Technologieunternehmen beeindruckende 27 %, während europäische Technologieunternehmen mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von nur 10 % zurückblieben.
Amerikanische Technologieunternehmen haben ihre europäischen Pendants in allen wichtigen Branchen durchweg übertroffen. Beispielsweise lag die Marktkapitalisierung des finnischen Nokia im Juni 2000 bei 300 Milliarden Euro und damit satte 15 Mal höher als der Marktwert von Apple von 20 Milliarden Euro. Spulen wir bis Dezember 2023 vor, dann ist der Marktwert von Apple auf über 3 Billionen US-Dollar gestiegen und ist damit 175-mal größer als der von Nokia.
Selbst im Automobilsektor, dem Stolz der deutschen Wirtschaft, holen europäische Unternehmen gegenüber ihren amerikanischen Kollegen auf.
Tesla ist mit einer Marktkapitalisierung von 817 Milliarden US-Dollar mittlerweile mehr als zehnmal größer als der führende deutsche Autohersteller Volkswagen AG.
Und vergessen wir nicht die Halbleiterindustrie. Europas größter Chiphersteller ASML Holding hat nur ein Fünftel des Marktwerts von Nvidia Corp.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gründe dafür, dass europäische Technologieunternehmen Schwierigkeiten haben, mit ihren US-Pendants zu konkurrieren, tief in einem seit langem bestehenden Trend amerikanischer Dominanz in High-Tech-Sektoren verwurzelt sind. Um diese Lücke zu schließen, muss Europa der Innovation Priorität einräumen, stark in Forschung und Entwicklung investieren und ein günstigeres Umfeld für Technologie-Startups schaffen.















