August 10, 2026 10:07 p.m. CEST

Deswegen weicht Viva Cruises etwa auf Fahrten in den Niederlanden oder Belgien aus. Zudem wurde die Saison auf das ganze Jahr ausgeweitet. Im Winter und Frühling kann dann auch der Rhein befahren werden.

Betroffen von einer Zweiteilung wäre auch die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt GmbH (KD). Das Unternehmen bietet zwar lediglich Tages- und Linienfahrten an und verfügt nicht über Routen entlang des gesamten Rheins, dennoch hätte ein solches Szenario erhebliche Auswirkungen auf die Logistik. Schließlich bietet KD Fahrten auf beiden Seiten des möglichen Teilpunktes an und Schiffe müssen von einem Ort zum anderen gebracht werden. „Eine Teilung können wir nicht gutheißen“, sagte eine Sprecherin. Aber auch ohne Teilung stehen bereits viele Schiffe still, die Linienfahrten im Mittelrhein können bereits nicht mehr bedient werden.

Noch fahren die Handelsschiffe

Während die Tourismusbranche schon mit einem geteilten Rhein kämpft, fahren die Handelsschiffe noch. Doch auch die Wirtschaft steht bereits jetzt vor Problemen.

Denn die Frachter können bei geringen Pegelständen weniger Ladung aufnehmen, wodurch Transportkosten steigen und Lieferketten unter Druck geraten. Die Bank ING schätzt, dass allein die Unterbrechung des Schiffsverkehrs auf dem Rhein das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands in diesem Jahr um 0,3 Prozentpunkte senken wird. Wie sich eine tatsächliche Teilung des Rheins auswirken würde, ist bisher schwer zu beurteilen.

Niedrigwasser in Düsseldorf: Wenn im Rhein wenig Wasser fließt, können die Binnenschiffe auch weniger Ladung transportieren. (Quelle: Oliver Berg/dpa/dpa-bilder)

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, schätzte die wirtschaftlichen Folgen des Rekord-Niedrigwassers allerdings als noch beherrschbar ein. Die Situation könne sich jedoch zu einem echten Risiko für die Konjunktur entwickeln, sagte er dem Portal Politico. „Sollte das Niedrigwasser noch vier bis sechs Wochen andauern, könnte das einen signifikanten Schaden für die Wirtschaft bedeuten.“

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), sagte t-online, zwar würden nur wenige Güter für den Einzelhandel per Schiff transportiert, „bei Ausweichbewegungen von Schiffen hin zu Lkw und Bahn können aber Engpässe entstehen, die dann auch der Einzelhandel zu spüren bekommt“. Durch die höhere Nachfrage für andere Verkehrswege könnten dann die Preise steigen.

Ein Frachtschiff auf dem Rhein bei Kaub: Das Niedrigwasser in dem Fluss hat neue Dimensionen erreicht. (Quelle: Thomas Frey/dpa)

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