Prognose für 2026
Schlechte Nachricht für Sparer: Bei den Zinsen bleibt es langweilig
26.09.2025 – 09:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Wirtschaft tritt in Europa weiter auf der Stelle, die Inflation ist aber wieder auf der Zielmarke. Für die Zentralbank bedeutet das wahrscheinlich: keine Zinssenkungen mehr.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei ihrer letzten Zinsentscheidung am 11. September zum ersten Mal seit über einem Jahr den Leitzins konstant gehalten. Er liegt im September bei 2,0 Prozent – und dürfte das vermutlich die nächsten Monate lang auch bleiben. Es gibt aber auch Experten, die im kommenden Jahr wieder steigende Zinsen prognostizieren.
Mittelfristig strebt die EZB eine Inflationsrate von 2,0 Prozent für die Eurozone an, da dies als optimales Niveau für die Wirtschaft gilt. Dieses Ziel ist aktuell erreicht, es gilt nun also, diese Rate auch beizubehalten.
Im August lag die Inflationsrate in der 20-Länder-Gemeinschaft wie schon im Juli und Juni genau auf der EZB-Zielmarke von 2,0 Prozent. Für das Gesamtjahr 2025 erwarten die Notenbank-Ökonomen in ihren jüngsten Projektionen eine Rate von 2,1 Prozent. Für das kommende Jahr wird eine Inflation von 1,7 Prozent vorausgesagt, für 2027 von 1,9 Prozent.
Sehr wahrscheinlich wird es bei den Zinssitzungen der Zentralbank im kommenden Jahr also ziemlich langweilig werden: Die allermeisten Experten erwarten keine wesentlichen Änderungen mehr. Für Christian Kopf vom Finanzdienstleister Union Investment wäre es laut „Handelsblatt“ sogar nicht mehr überraschend, wenn im zweiten Halbjahr 2026 die EZB den Leitzins um ein oder zwei Schritte wieder erhöht, auf 2,5 Prozent.
Ähnliches sagt auch Edgar Walk vom Vermögensverwalter Metzler: Angesichts der aktuell stagnierenden Wirtschaft sei „eine Leitzinssenkung der EZB nicht mehr empfehlenswert. Vielleicht wäre sogar eine Leitzinserhöhung im zweiten Halbjahr 2026 angebracht.“
Das bedeutet für Sparer: Bessere Konditionen für Fest- und Tagesgeld wird es jetzt kaum noch geben. Die Banken passen ihre Zinssätze in der Regel dann in größerem Stil an, wenn sich der Leitzins verändert. Das könnte im zweiten Halbjahr 2026 noch mal passieren – darauf verlassen sollten sich Verbraucher aber keineswegs.
