Bei Sané sieht Klopp keinen Redebedarf
Aufhorchen ließ der Bundestrainer dann aber vor allem bei einer in der Vergangenheit bereits wiederholt kontrovers diskutierten Personalie: Leroy Sané. Der ehemalige Bayern-Star, mittlerweile bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag, stand ebenfalls nicht auf Klopps 44er-Liste. Doch eine richtige Absage erhielt der WM-Fahrer vom neuen DFB-Coach nicht.
„Manche Dinge sind auch einfach logisch“, versuchte Klopp die Lage beim 30-Jährigen, der immerhin schon 80 Länderspiele vorzuweisen hat, zu erklären. „Leroy hat noch nicht so richtig Fuß gefasst. Also in der Saison, nicht bei Galatasaray“, führte er weiter aus. „Ich werde mit ihm sicherlich noch sprechen, habe ich bisher aber nicht getan.“
Der noch fehlende Austausch mit Sané wirft dabei Fragen auf. Der Offensivakteur, der fußballerisch seit Jahren zwischen Genie und Wahnsinn pendelt, ist seit 2015 Nationalspieler und damit mehr als zehn Jahre Bestandteil des DFB-Teams. Klopp, der eigenen Angaben zufolge „über 50, 60 Telefonate geführt“ haben will, konnte zuletzt dennoch keine Minute entbehren, um dem früheren Schalker sein Fehlen auf der ersten Kaderliste nach der WM zu erklären.
„Wenn es was zu reden gibt, werden wir reden“, betonte der Bundestrainer und schloss mit dieser Aussage auch Leon Goretzka ein. Mit dem Mittelfeldspieler hatte er ebenfalls nicht telefoniert. Der Unterschied: Goretzka, der grundsätzlich auch als Wackelkandidat hinsichtlich einer DFB-Zukunft gilt, ist aktuell verletzt. Sané stand in dieser Saison bei allen Pflichtspielen seines Vereins auf dem Rasen.
Dennoch sieht Klopp beim Flügelspieler zu diesem Zeitpunkt keinen Redebedarf. Zwischen den Zeilen lässt sich herauslesen: Mit den Leistungen des auch auf Nationalmannschaftsebene seit jeher unbeständigen Sanés ist der Bundestrainer bis dato keineswegs zufrieden. Andere, jüngere Spieler wie Lennart Karl, Brajan Gruda oder Kevin Schade haben auf der offensiven Außenposition dementsprechend die Nase vorn. Sollten die nominierten Profis in den kommenden Nations-League-Partien überzeugen, dürfte sich die Tür in der DFB-Elf für den eigentlich hoch veranlagten Sané deshalb ein für alle Mal schließen.
Freiburger erfüllen Klopps Mentalitätsanspruch
Zumal der Bundestrainer am Donnerstag klarstellte, wie sich Spieler bei ihm für eine Nominierung empfehlen können. Es gehe für jeden einzelnen der DFB-Profis darum „für das nächste Spiel bereit zu sein und mir, uns allen das Gefühl zu geben: ‚Es bedeutet mir alles, dass ich hier heute spiele'“, so Klopp.
