Andrea Ballschuh ist privatinsolvent
ZDF-Moderatorin setzt bei Geldsorgen auf Gott
27.10.2026 – 18:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Andrea Ballschuh ist insolvent, Schulden trieben die ZDF-Moderatorin bis zur Panikattacke. Halt fand sie im Glauben.
2022 begann für Andrea Ballschuh eine Abwärtsspirale: Vier Fernsehsendungen fielen weg, dazu kam der Zerwürfnis mit einer Geschäftspartnerin, und das Finanzamt forderte nachträgliche Vorauszahlungen für zwei Jahre. Mit der „Rheinischen Post“ sprach die ZDF-Moderatorin offen darüber, wie sie diese Zeit erlebt hat.
Den Grundstein für die Notlage hatte Ballschuh 2019 gelegt, als sie sich neben ihrer Fernsehkarriere als Videocoachin selbstständig machte. Einige Jahre lief das Geschäft gut. Dann scheiterte 2023 kurz vor der Eröffnung ihres Videostudios in Mainz die Zusammenarbeit mit ihrer damaligen Geschäftspartnerin. Zusätzlich zu den Gewinneinbußen leitete das Finanzamt eine Betriebsprüfung ein. Sie stand vor einem Schuldenberg in Höhe von rund 230.000 Euro.
- „Ich dachte, ich sterbe“: ZDF-Star Andrea Ballschuh erlitt Panikattacke vor Privatinsolvenz
Dass sie die Krise durchstand, führt die Moderatorin auch auf ihren Glauben zurück. Als DDR-Kind sei Gott für sie lange kein Thema gewesen. Obwohl beruflich vieles gut lief, habe sie sich innerlich leer gefühlt. „Ich dachte, eigentlich muss ich doch vor Glück heulen, weil mein Leben so perfekt läuft.“ Auf der Suche nach Antworten wandte sie sich zunächst der Esoterik zu: Sie habe Termine nach astrologischen Berechnungen gelegt, eine Schamanin besucht und Tarotkarten legen lassen.
Den ersten Kontakt zu Gott beschreibt Ballschuh als spielerischen Moment. 2020 bat sie ihn um ein Zeichen. Kurz darauf habe ihr eine Tierschutzorganisation die Hündin Shia vermittelt. Der Name ist hebräisch und bedeute so viel wie „Geschenk Gottes“. „Wie krass ist das denn?“, habe sie damals gedacht. „Ich habe Gott um ein Zeichen gebeten und jetzt das!“
ZDF-Moderatorin ließ sich 2023 taufen
2022 stieß sie auf die Netflix-Serie „The Chosen“, die das Leben Jesu aus Sicht seiner Jünger erzählt. „Ich bin so in die Geschichte hineingezogen worden, obwohl ich wusste, dass es nur eine Serie und Schauspieler sind“, erinnert sie sich. Danach habe sie das Neue Testament gelesen, 2023 ließ sie sich taufen und schloss sich einer freikirchlichen evangelischen Gemeinde an.
Nach der Panikattacke im Jahr 2024 habe sie entschieden, ihre Sorgen an Gott abzugeben. Als die Insolvenz am 5. Februar 2026 beschlossene Sache war, habe sie Erleichterung gespürt. „Gott gab mir das Vertrauen, dass trotz der Insolvenz alles gut wird. Nicht leicht, aber gut.“
Ihr zufolge sei das auch oft von Erfolg gekrönt gewesen. „Zum Beispiel kam immer in letzter Sekunde so viel Geld rein, dass ich dringende Zahlungen leisten konnte“, so Ballschuh.
Bis zur Restschuldbefreiung im Januar 2029 lebt Ballschuh von rund 1.500 Euro monatlich. Ihren früheren Umgang mit Geld sieht sie heute kritisch: „Mein Fehler war, dass ich mein Geld nicht gemanagt habe. Weil ich so viel verdient habe, war immer was auf dem Konto.“ Früher habe sie sich spontan Dinge gekauft, die dann ungenutzt herumlagen. „Ich hatte kurz Befriedigung, aber keinen inneren Frieden.“
