Länderspiel-Kracher gegen DFB-Elf
Das macht den niederländischen Klopp so spannend
Aktualisiert am 24.09.2026 – 18:20 UhrLesedauer: 4 Min.
Im Länderspiel gegen Deutschlands Nationalelf debütiert Xavi als neuer Nationaltrainer der Niederlande. Als Spieler bekam er viele Einflüsse aus diesem Land mit.
Der Auftakt war noch höflich. „Ich bedanke mich für das Vertrauen“, sagte Xavi Hernández am Ende seiner Vorstellung als neuer Nationalcoach der Niederlande. Schob dann aber eine kleine Abrechnung mit Vorgänger Ronald Koeman hinterher: „Fünf Verteidiger? Das passt nicht zu meiner Philosophie!“
Am Donnerstag beim Länderspiel in Amsterdam zwischen den Niederlanden und der DFB-Elf feiert nicht nur Jürgen Klopp seinen Einstand als Nationaltrainer. Mit Barcelona-Legende Xavi betreut erstmals seit der WM 1978 und dem Wiener Ernst Happel ein ausländischer Coach das Oranje-Team.
- Debüt: Für den größten Lacher sorgt nicht der Bundestrainer
- Auftakt: TV-Legende spricht über Jürgen Klopp
Wo Klopp aber auf seinen temporeichen „Heavy-Metal-Fußball“ mit Pressing und Umschalten setzt, vertraut Xavi eher auf ein Streichquartett. „Wir wollen Spaß haben. Guten Fußball spielen, mit Ballbesitz. Die Ergebnisse werden sich dann ganz von selbst einstellen“, so Xavi. Das klingt nach sehr viel Selbstvertrauen. Das klingt aber auch sehr nach Johan Cruyff, dem König des niederländischen Fußballs.
Cruyffs Vermächtnis
Der führte Barcelona zwischen 1974 und 1978 zunächst als Spieler aus dem Mittelmaß zu Meisterschaft und Pokalsieg in Spanien. 1988 kehrte Cruyff als Trainer nach Katalonien zurück und begründete Barcelonas Aufstieg zum Ausgangspunkt des modernen Spiels.
Kern der Barça-Schule ist das Credo des niederländischen Fußballs: totaal Voetbal – Fußball total. Oder wie Autor Simon Kuper die niederländisch-spanische Wechselwirkung auf dem Rasen beschreibt: „Cruyff hatte Barça einen Stil vermittelt, der direkt aus einem Roman von Graham Greene stammte: Alles drehte sich darum, den ‚Dritten Mann‘ zu finden. Alle auf dem Platz mussten ständig in Bewegung sein, damit der Spieler am Ball stets zwischen zwei Anspielstationen wählen konnte.“ Kaum einer verkörperte die Idee dieses Fußballs im steten Fluss besser als der Mittelfeldspieler Xavi.
Natürlich gab es in den Niederlanden ein leichtes Grummeln bei der Verpflichtung des spanischen Welt- und Europameisters Xavi. Natürlich kennen sie aber auch in den Niederlanden die spanische Erbfolge genau. Cruyff machte als Coach einen gewissen Pep Guardiola zum Sechser im defensiven Mittelfeld und damit zum Kern seiner Spielphilosophie. Dieser gab diese Kenntnisse wiederum an Xavi weiter.
