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Nebenwirkungen und Impf-Reaktionen: Was bei der Booster-Impfung mit Moderna und Biontech zu beachten ist – Politik

Die Impfbereitschaft in Deutschland hatte zuletzt deutlich nachgelassen. Die vierte Corona-Welle und die anstehenden Booster-Impfungen sorgen nun dafür, dass die Impfstationen wieder reichlich besucht werden. Etwa 70 Prozent den Menschen im Land sind vollständig gegen Corona geimpft.

Während Politiker:innen weiter versuchen, in Talkshows und auf Pressekonferenzen Ungeimpfte zum Stich zu überreden, holen sich die Ersten bereits ihre dritte Impfung ab – die Booster-Impfung. Ihren Booster haben etwa vier Millionen Menschen in Deutschland erhalten (Stand: 15. November). Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Mithilfe der Auffrischungsimpfungen soll die vierte Welle gebrochen werden. Aber was sind die Nebenwirkungen bei einer Booster-Impfung? Und wann ist eigentlich wer an der Reihe?

[Exklusiv für Abonnenten: Auffrischungsimpfung gegen Corona – Wie das Boostern schneller gehen kann]

Nebenwirkungen nach dem Booster: Moderna und Biontech

Sorgenfalten vor und nach der Auffrischungsimpfung sind derzeit unbegründet. Bisher gibt es keine Erkenntnisse über schwerwiegende Nebenwirkungen nach dem dritten Piks. Es sind also die üblichen Impfreaktionen zu erwarten. Durch den Booster wird das Immunsystem angeregt und so neue Antikörper produziert.

Welche Impfstoffe werden für die Booster-Impfung verwendet?

Für die Auffrischungsimpfung werden die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna verwendet. Die Nebenwirkungen sind denen nach der Zweitimpfung je nach verwendetem Impfstoff also sehr ähnlich. Doch nicht zwangsläufig müssen diese auch auftreten. Das Robert Koch-Institut (RKI) teilt auf dem Merkblatt zur Booster-Impfung mit: „Die Impfreaktionen sind zumeist mild oder mäßig ausgeprägt.“

Welchen Booster nach einer Kreuzimpfung?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt zudem, ganz unabhängig von verwendeten Impfstoffen bei Erst- und Zweitimpfung für die Auffrischungsimpfung einen mRNA-Impfstoff. Für die Kreuzimpfung sollten also die Impfstoffe von Biontech oder Moderna verwendet werden. Wer bereits mit einem mRNA-Imfpstoff geimpft wurde, sollte bei der Boosterimpfung möglichst denselben Impfstoff erhalten, heißt es.

Booster-Impfung mit Biontech – die häufigsten Nebenwirkungen:

  • Ermüdung
  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen oder Schwellungen an der Einstichstelle
  • Gelenkschmerzen
  • Durchfall
  • Fieber
  • Muskelschmerzen
  • Schüttelfrost

Seltener traten nach einer Impfung mit dem Impfstoff von Biontech Übelkeit oder Rötungen an der Einstichstelle auf. Vereinzelt seien laut RKI Lymphknotenschwellungen, Schlaflosigkeit, Schmerzen im Impfarm, Unwohlsein, Juckreiz an der Einstichstelle oder Überempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten.

Booster-Impfung mit Moderna – die häufigsten Nebenwirkungen:

  • Müdigkeit
  • Kopf- und Muskelschmerzen
  • Schwellung oder Schmerzempfindlichkeit der Lymphknoten in der Achselhöhle
  • Schmerzen, Schwellungen oder Rötungen an der Einstichstelle
  • Gelenkschmerzen
  • Fieber
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Schüttelfrost

[Lesen Sie hier bei T+: Impfen gegen Infektionen: Booster-Impfung in Berlin – wo, wie schnell, für wen und mit welchem Impfstoff?]

Ausschlag, Rötungen oder Nesselsucht an der Einstichstelle oder auch Rötungen allgemein wurden am seltensten als Nebenwirkung einer Moderna-Impfung beobachtet oder von den Geimpften angegeben.

Kann die Booster-Impfung die vierte Corona-Welle in Deutschland brechen?

Jüngst veröffentlichte Studien im „New England Journal of Medicine“ und in „The Lancet“ zeigen zunächst, dass die Booster-Impfung das Risiko für eine erneute Infektion senkt und auch schwere Verläufe und Krankenhauseinweisungen mindert. Die Studien beziehen sich dabei auf Daten aus Israel, wo die dritte Impfung seit Ende Juli zum Einsatz kommt.

Die Erfolge aus Israel betonen den Nutzen, den der Booster in der Pandemiebekämpfung bringt. Jedoch sagen Experten auch, dass die Booster-Impfungen in Deutschland zu spät kommen, um als Wellenbrecher zu dienen. Modelliererin Viola Priesemann vom
Max-Planck-Institut in Göttingen erklärte am Montag, dass selbst wenn man es schaffen würde, sieben Prozent der Bevölkerung pro Woche zu boostern, würde es etwas einen Monat dauern, bis sich die Wirkung entfaltet und in den Inzidenzahlen sichtbar wird.

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Auch Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter des Divi-Intensivregisters und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, sagte in einer Sonderfolge des NDR-Podcastst „Coronavirus-Update“ am Dienstag: „Für die akute Situation in den nächsten drei, vier Wochen bringt das Boostern Stand heute natürlich nichts.“

Langfristig hingegen sind Booster-Impfungen für den Kampf gegen das Virus wichtig. Das geht aus den Daten der israelischen Forscher hervor.

Wann kann man seine Booster-Impfung bekommen?

Grundsätzlich können sich auch alle Geimpften sechs Monate nach der zweiten Corona-Impfung eine Booster-Impfung abholen. Die Gesundheitsminister:innen von Bund und Ländern haben sich Anfang November darauf verständigt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) macht hingegen deutlich, dass alle Personen ab 18 Jahren in Deutschland auch schon vor Ablauf der Frist von sechs Monaten nach der letzten Impfung eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bekommen können.

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