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Zwei Drittel denken an Jobwechsel: Resigniert am Arbeitsplatz – Wirtschaft

Das ewige Homeoffice und unsichere wirtschaftliche Perspektiven zermürben viele Arbeitnehmer:innen im zweiten Pandemiejahr. So sehr, dass zwei Drittel von ihnen darüber nachdenken, die Arbeitsstelle zu wechseln. Das hat eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens Appinio unter mehr als 1000 Deutschen ergeben.

66,3 Prozent der Befragten erwägen demnach einen Jobwechsel, wenn dieser sie glücklicher machen würde. Rund 30 Prozent suchen sogar schon aktiv nach einem neuen Arbeitgeber. Nur ein Drittel hat hingegen keine solchen Pläne oder Gedanken. Laut der Umfrage sind rund 24 Prozent der Deutschen unglücklich mit ihrer aktuellen Arbeitssituation.

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Besonders unzufrieden ist die junge Generation. Bei den 18- bis 24-Jährigen denken demnach rund 78 Prozent über einen Jobwechsel nach, rund 45 Prozent planen ihn bereits aktiv. Fast 60 Prozent der Jüngeren wären sogar bereit, für ein zufriedeneres Arbeitsleben auf Gehalt zu verzichten.


Summe auf Gehaltszettel nach wie vor wichtig

Unter allen Befragten sind es immerhin noch 37,5 Prozent. Und dass, obwohl über 91 Prozent die Summe auf dem Gehaltszettel nach wie vor wichtig finden, wenn sie sich für oder gegen eine Stelle entscheiden.

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Droht Deutschlands Arbeitgeber:innen nun eine Kündigungswelle? Andernorts ist schon länger von der „Great Resignation“ die Rede. In den USA kündigten Millionen Menschen ihre Jobs, weil sie sich in der Pandemie von Regierung und Unternehmen schlecht geschützt fühlten und unzufrieden waren mit ihren Arbeitsbedingungen waren.

Doch nicht nur dort: Laut einer weltweiten Umfrage unter 30.000 Microsoft-Beschäftigten, erwägt mehr als jede:r Dritte, sich beruflich zu verändern. Und auch hierzulande wollten viele „langfristig nicht mehr so weiterarbeiten wie bisher“, sagt der Arbeitspsychologe Hannes Zacher von der Universität Leipzig.

Bereits zu spüren bekommen hat dies das Gastgewerbe: Hotels, Cafés und Restaurants, die durch Corona lange schließen mussten, klagen seit Sommer über Personalmangel. Zu viele Arbeitskräfte wollen nicht in ihre alten Jobs zurückkehren.

„Sie haben ein sehr niedriges Kurzarbeitergeld bekommen, so dass es einen starken Anreiz gab, während der letzten Monate zu versuchen, sich Jobs in anderen Branchen zu suchen, um über die die Runden zu kommen“, erklärte der Sozialforscher Stefan Sell Sozialforscher Stefan Sell in der ARD. Oder wie es Psychologe Zacher ausdrückt: „In der Pandemie sind wir herausgetreten aus der Mühle des Alltags.“

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