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Wissing fordert Reformen für besseren Nahverkehr

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Geht es nach dem Verkehrsminister, dann ist das 9-Euro-Ticket eine Chance, mehr Menschen generell von öffentlichen Verkehrsmitteln zu überzeugen. Dafür müsste aber noch an einigen Stellschrauben gedreht werden. Vor allem müsse mehr auf Nutzerfreundlichkeit geachtet werden, dafür brauche es einfachere Tarife.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing fordert tiefgreifende Reformen für einen dauerhaft attraktiveren öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). “Wir müssen die Chancen nutzen, mehr Menschen für den ÖPNV zu begeistern”, sagte der FDP-Politiker mit Blick auf die jetzt gestarteten 9-Euro-Tickets. “Unser ÖPNV-Angebot sollte verständlicher, einheitlicher und damit kundenfreundlicher werden.”

Wissing sprach sich für nutzerfreundliche Nahverkehrs-Apps und einfachere Tarife aus. Außerdem müssten kleinteilige Strukturen im ÖPNV aufgebrochen werden. “Einheitliche Tarife, verkehrsverbundübergreifende Angebote, das ist auch für die Kundinnen und Kunden ein echter Mehrwert”, sagte der Minister. “Menschen leben nicht in Tarifzonen. Menschen wollen von A nach B. All die technischen Dinge, die im Hintergrund eine Rolle spielen, müssen für die Nutzer unsichtbar werden. Da hilft uns die Digitalisierung, und sie müssen wir auch stärker nutzen. Wir sollten den ÖPNV stärker über die eigene Zone und über den eigenen Zweckverband hinaus denken.”

Das zum Monatsbeginn gestartete 9-Euro-Ticket hatte Wissing als “Feldversuch” bezeichnet. Es sei die Chance zu prüfen, inwieweit der Preis die Einstiegshürde für den ÖPNV sei oder es auf attraktivere Angebote ankomme. “So können wir wichtige Erkenntnisse gewinnen über genau diese Frage und unser ÖPNV-Angebot entsprechend ausrichten.”

Die 9-Euro-Tickets gelten im Juni, Juli und August und ermöglichen jeweils für einen Monat beliebig viele Fahrten in Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs in ganz Deutschland – viel günstiger als normale Monatstickets, die zudem nur im Verbundbereich gelten. Verbraucherschützer, Kommunen sowie Verkehrspolitiker hatten durch die starke Nachfrage nach dem 9-Euro-Ticket bereits dauerhaft günstige Nahverkehrspreise sowie zusätzliche Milliarden-Zuschüsse gefordert.

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