Aktuelle Deutschland Nachrichten

Thyssenkrupp-Tochter wird in Wismar U-Boote bauen

0 8

Am traditionsreichen Schiffsbaustandort Wismar werden auch künftig U-Boote gebaut: Nach der Insolvenz der MV Werften übernimmt die Thyssenkrupp-Tochter TKMS den Standort und „möglichst viele Beschäftigte“, wie IG Metall verkündet. Der neue Eigentümer verspricht eine „langfristige Perspektive“.

Der U-Boot- und Marineschiff-Hersteller Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) übernimmt den Standort Wismar der insolventen MV Werften. Wie TKMS mitteilte, wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darüber von Insolvenzverwalter Christoph Morgen informiert. Damit habe „einer der traditionsreichsten Schiffsbaustandorte in Deutschland wieder eine langfristige Perspektive“, erklärte das Unternehmen. Künftig könne TKMS in Wismar „im Laufe des Jahres 2024“ U-Boote fertigen.

Maßgeblich hierfür sei aber „eine Beauftragung weiterer U-Boote durch den Bund und daraus folgende Investitionen in die Ertüchtigung der Werft“, erklärte das Unternehmen weiter. Davon hängt demnach auch ab, in welchem Ausmaß Mitarbeiter eingestellt werden könnten. Die Abhängigkeit von öffentlichen Aufträgen erkläre auch, warum man erst im Laufe des Jahres 2024 mit dem Start der Produktion dort rechnen könne.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Reinhard Meyer begrüßte, dass für den Werftstandort durch TKMS eine „Zukunftsperspektive“ aufgezeigt werde. Damit bestehe die Chance, „möglichst viele Arbeitsplätze in der maritimen Industrie zu erhalten“, erklärte der SPD-Politiker.

Die MV Werften hatten im Januar Insolvenzanträge gestellt, nachdem Gespräche über finanzielle Hilfen mit dem Bund und dem Land Mecklenburg-Vorpommern seitens der Werften als aussichtslos eingeschätzt wurden. Die Unternehmens-Gruppe gehört zum Konzern Genting Hongkong. Betroffen von dem Insolvenzverfahren sind acht Unternehmen an den drei Werftstandorten in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund.

„Strecke bis zum Neustart ist lang“

Insolvenzverwalter Morgen äußerte sich erfreut, dass mit TKMS eine neue Eigentümerin für den Standort Wismar gefunden worden sei, „die den Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern dauerhaft erhält und gegebenenfalls sogar ausbaut“. Ihm sei „jedoch auch bewusst, dass die Strecke bis zum Neustart für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werft lang ist“. Deshalb werde er „weiterhin alles daransetzen, den Übergang zu gestalten und für möglichst viele Mitarbeitende Beschäftigung zu sichern“.

Die IG Metall Küste teilte mit, sie habe sich mit TKMS auf Eckpunkte für den Aufbau neuer Beschäftigung in Wismar geeinigt. TKMS kaufe „nicht nur ein Gelände und Hallen, sondern bietet auch möglichst vielen Beschäftigten der MV Werften eine Perspektive mit guten Arbeitsbedingungen. Dazu hat sich das Unternehmen uns gegenüber verpflichtet“, erklärte IG Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich. Demnach sollen abhängig von den Aufträgen zunächst 800 und dann bis zu 1500 Mitarbeitende direkt und unbefristet eingestellt werden, vorrangig aus der Transfergesellschaft.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind, aber Sie können sich abmelden, wenn Sie dies wünschen. Annehmen Weiterlesen

Datenschutz- und Cookie-Richtlinie