Aktuelle Deutschland Nachrichten

Steigender Ölpreis schürt Inflationsangst

0 9

Anleger warten auf klare Richtungsimpulse, die anzeigen, dass die Inflation abflaut. Doch die steigenden Energiepreise bereiten ihnen weiter Sorgen. Trading-Apps wie Robinhood fürchten um ihr Geschäftsmodell, weil die US-Börsenaufsicht die Regeln für den Aktienhandel verschärfen will.

Wieder aufgeflammte Inflationssorgen beenden die jüngste Erholung an der Wall Street. Mit Auslöser waren der Anstieg der Renditen der Staatsanleihen über die psychologisch wichtige Marke von drei Prozent und der Anstieg der Ölpreise. Der US-Standardwerteindex Dow Jones fiel um 0,86 Prozent auf 32.895 Punkte. Der breit gefasste S&P 500 fällt um 1,1 Prozent auf 4.115,77 Punkte und der technologielastige Nasdaq um 0,73 Prozent auf 12.086,27. Die Schaukelbörse werde wohl noch eine Weile anhalten, sagte Rick Meckler, Partner beim Vermögensverwalter Cherry Lane. „Es gibt keine bahnbrechenden Nachrichten, weder in Bezug auf die Firmenbilanzen noch die Konjunktur. Die Leute warten auf Hinweise, dass die Inflation sich etwas abschwächt. Ihnen bereitet die Entwicklung der Energiepreise Sorgen.“

Der Preis für die US-Rohölsorte WTI legte trotz gestiegener Lagerbestände zeitweise 2,7 Prozent zu und lag mit 122,66 Dollar je Barrel (159 Liter) so hoch wie zuletzt vor drei Monaten. Das Ende der Lockdowns in China schüre Spekulationen auf eine steigende Nachfrage, sagte Analyst Giovanni Staunovo von der Bank UBS. Außerdem droht ein Streik norwegischer Ölarbeiter.

Robinhood 7,82

Bei den Unternehmen rückte Robinhood ins Rampenlicht. Die US-Börsenaufsicht SEC will die Regeln für den Aktienhandel verschärfen. Damit droht der bei jungen Kleinanlegern beliebten Trading-App ihre Haupteinnahmequelle wegzubrechen: Rabatte und Vergütungen großer Handelshäuser für die Weiterleitung von Aufträgen. Robinhood-Titel verloren 3,9 Prozent, nachdem sie am Dienstag bereits um rund vier Prozent abgerutscht waren. Das Brokerhaus Charles Schwab, dessen Einnahmen ebenfalls zu einem großen Teil aus diesen sogenannten PFOF („Payment-for-Order-Flow“) bestehen, büßte 2,6 Prozent ein. Unter Druck gerieten auch die Papiere von State Street, die sich um 5,5 Prozent verbilligten. Einem Medienbericht zufolge denkt der Finanzinvestor über eine Übernahme der Credit Suisse nach.

China lockert Regulation der Tech-Werte

Zu den Favoriten an der Wall Street gehörten US-Aktien chinesischer Firmen wie der Online-Händler Alibaba und Pinduoduo oder der Suchmaschinen-Betreiber Baidu. Sie gewannen dank Hinweisen auf eine Lockerung der strengen Regulierung durch die Regierung in Peking bis zu 14 Prozent. Bei den Papieren von Roku griffen Investoren ebenfalls beherzt zu. Sie stiegen ebenfalls um neun Prozent. Gerüchten zufolge hat Netflix ein Auge auf den Anbieter von Streaming-Geräten und Betreiber einer Plattform für Online-Werbung geworfen. Da die Online-Videothek offenbar günstigere, werbefinanzierte Abonnements plane, könnte das Unternehmen einen potenziellen Konkurrenten wegkaufen, sagte Analystin Susannah Streeter vom Brokerhaus Hargreaves Landsdown.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind, aber Sie können sich abmelden, wenn Sie dies wünschen. Annehmen Weiterlesen

Datenschutz- und Cookie-Richtlinie