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SEC-Chef legt Reformplan für Börsenhandel vor

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Der Chef der US-Börsenaufsicht legt Pläne vor, welche die größte Reform der US-Börsenregeln seit mehr als einem Jahrzehnt bedeuten könnten, aber Online-Broker wie Robinhood in die Bredouille bringen. Ausschlag war die Börsenmanie um Meme-Aktien wie GameStopp.

Nach der Börsenmanie rund um Meme-Aktien hat der Chef der US-Börsenaufsicht SEC einen Reformplan für Kleinaktionäre vorgelegt. Dabei geht es darum, sicherzustellen, dass Kleinanleger bei Online-Brokern den besten Preis für ihre Aktiengeschäfte erhalten. Das Vorhaben, das SEC-Chef Gary Gensler nun veröffentlichte, sieht vor, dass Handelshäuser direkt miteinander in Konkurrenz stehen, wenn sie Aufträge von Kleinaktionären erhalten. Auf diese Weise solle der Wettbewerb gestärkt werden.

Gensler geht es vor allem um Gebühren, die Online-Broker wie TD Ameritrade, Robinhood oder E*Trade von Zwischenhändlern dafür erhalten, dass sie Aufträge an sie weiterleiten. Die SEC führt an, dass diese „Payment for Order Flow“ (PFOF)-Gebühren die Kosten für die Investoren bei den Online-Brokern erhöhen. Die neuen SEC-Vorschriften sollen nun die Broker dazu verpflichten, Transparenz darüber zu schaffen, welche Gebühren sie einnehmen und wie die Handelsaufträge zugunsten der Investoren abgewickelt werden.

Es wäre die größte Reform der US-Börsenregeln seit mehr als einem Jahrzehnt. Mit einem förmlichen Vorschlag wird im Herbst gerechnet. Die Gebühren gerieten 2021 in den Blickwinkel, als eine Vielzahl von Kleinanlegern im großen Stil „Meme“-Aktien wie GameStop oder AMC gekauft haben. Viele Anleger hatten dabei kommissionsfreie Broker wie die App Robinhood verwendet.

Die Robinhood-Aktie war am Dienstag bereits abgerutscht, nachdem das „Wall Street Journal“ über die SEC-Pläne berichtet hatte. Für Robinhood und andere Online-Broker wie E*Trade fiele mit dieser Reform ihre Haupteinnahmequelle weg. Die Änderungen könnten auch das Geschäftsmodell großer Handelshäuser durcheinanderwirbeln. Für sie ist es bislang lukrativer, Aufträge von Kleinanlegern über ihre internen Handelsplattformen statt über die Börse abzuwickeln, weil sie dort im Wettbewerb mit anderen Brokern oder institutionellen Investoren stehen.

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