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Schlechte Konjunkturprognosen: Nach dem IWF und Deutschlands Top-Ökonomen jetzt auch die Bundesbank – Wirtschaft

Der Internationale Währungsfonds hat es schon getan. Deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer halbjährlichen Gemeinschaftsdiagnose ebenfalls. Sie alle korrigierten ihre Konjunkturprognosen für das laufende Jahr deutlich nach unten.

Und nun stimmt auch die Bundesbank in den pessimistischen Tenor ein. „2021 insgesamt dürfte das BIP deutlich weniger zulegen als in der Juni-Projektion der Bundesbank erwartet“, heißt es dazu in dem am Montag vorgelegten Monatsbericht der deutschen Zentralbank. Damals hatte sie beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch ein Plus von 3,7 Prozent veranschlagt. Die Wirtschaftsleistung wird laut dem Bericht auch im Herbst ihr Vorkrisenniveau vom Schlussquartal 2019 verfehlen.

Konjunkturelle Kehrtwende durch Ifo-Bericht

Auch der am Montag veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex, der monatlich die Stimmung in den deutschen Chefetagen misst, kommt zu einer pessimistischen Einschätzung. Zum vierten Mal in Folge fiel das Konjunkturbarometer; diesmal um 1,2 Punkte auf einen Wert von 97,7 Zähler. Die Erwartungen seien „immer mehr von Skepsis geprägt“, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Auch die aktuelle Lage wird weniger gut eingeschätzt. Zu schaffen machen den Firmen Lieferprobleme, erläuterte Fuest. „Die Kapazitätsauslastung in der Industrie sinkt. Sand im Getriebe der deutschen Wirtschaft hemmt die Erholung.“ Für den Geschäftsklimaindex befragt das Institut monatlich rund 9000 Unternehmen. Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe warnte vor einem „ungemütlichen Herbst“.

Sinkt der Ifo-Index drei Mal hintereinander, sprechen Experten von einer konjunkturellen Trendwende.

BDI betont Bedeutung von Chips

Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer sieht den vierten Rückgang nun als Warnsignal. „Die Unternehmen ahnen, dass die Politiker auf die stark ansteigenden Corona-Infektionen mit neuen Beschränkungen reagieren werden.“ Zudem führe die neue Corona-Welle vor allem in Asien zu Fabrikschließungen, was den Materialmangel hierzulande verschärfen werde. „Die deutsche Wirtschaft dürfte im vierten Quartal kaum noch wachsen“, meint Krämer.

Der Materialmangel bei wichtigen Vorprodukten wie Halbleitern ruft derweil die Industrie-Lobby auf den Plan. „Mit zunehmenden geopolitischen Spannungen, insbesondere zwischen den USA und China, verschärft sich der technologiepolitische Wettkampf, bei dem die Halbleiterproduktion im Mittelpunkt steht“, heißt es in einem BDI-Papier von Montag. Weiter ruft der Industrieverband nach staatlichem Geld auf europäischer Ebene, um eine stärkere Unabhängigkeit auf dem Chipmarkt zu ermöglichen. „Die gezielte Förderung von Schlüsseltechnologien ist unverzichtbar“, so das Fazit.

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