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Russland erwägt geringere Getreideexporte

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Zahlreiche Länder im Nahen Osten und Afrika leiden bereits unter der Blockade von ukrainischem Getreide. Zusätzlich könnten bald auch Exporte aus Russland ausfallen. Wegen angeblich schlechter Ernten müsse man die Ausfuhren möglicherweise reduzieren, heißt es aus Moskau.

Russland will seine Getreideausfuhren möglicherweise reduzieren. Das Landwirtschaftsministerium teilte mit, sollte das Ernteziel für die Saison 2022/23 von 130 Millionen Tonnen nicht erreicht werden, würden die bislang geplanten Exporte von 50 Millionen Tonnen gekappt werden. Die Ernte sei derzeit wegen des kalten Frühlings, des Regens und des Mangels an Ersatzteilen für landwirtschaftliche Geräte hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Russland ist der weltgrößte Weizenexporteur.

„All dies zusammengenommen birgt Risiken im Hinblick auf das Erreichen der Getreideernte von 130 Millionen Tonnen“, teilte Landwirtschaftsminister Dmitri Patruschew mit unter Verweis auf eine im Mai von Präsident Wladimir Putin ausgegebene Zielmarke. „Natürlich werden wir unseren (heimischen) Markt vollständig beliefern, das wird kein Problem sein. Aber wenn die geplanten Mengen nicht erreicht werden, müssen wir unsere Pläne revidieren, 50 Millionen Tonnen zu exportieren“, sagte Patruschew. „Dies könnte sich negativ auf den globalen Getreidemarkt auswirken.“

Russland liefert Getreide nach Afrika und in den Nahen Osten. Die Regionen sind stark auf Importe angewiesen. Sie leiden seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine unter einer Knappheit, da die ukrainischen Getreideexporte blockiert waren und die Preise dadurch in die Höhe schnellten. Seit ein paar Tagen dürfen erste Getreide-Frachter aus den ukrainischen Häfen auslaufen, nachdem die UN mit Russland unter Vermittlung der Türkei einen Kompromiss zu den Exporten geschlossen haben.

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