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Russische Notenbank senkt erneut Leitzinsen

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Nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine erhöhte die russische Zentralbank den Leitzins um historische 9,5 Prozentpunkte auf 20 Prozent. Seitdem interveniert die Zentralbank immer wieder: Nun wird der Leitzins wieder gesenkt. Er liegt damit deutlich unter der Inflationsrate des Landes.

Russland senkt zum wiederholten Mal die Leitzinsen und signalisiert die Bereitschaft zu weiteren Schritten nach unten. Die russische Notenbank beschloss, den Schlüsselzins um 1,5 Prozentpunkte auf nunmehr 9,5 Prozent herabzusetzen. Damit liegt der Hauptsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld wieder auf dem Niveau von vor der russischen Invasion der Ukraine. Volkswirte hatten mit einem geringeren Schritt nach unten um einen Prozentpunkt gerechnet. „Die Bank von Russland wird die Notwendigkeit einer Leitzinssenkung bei ihren anstehenden Treffen prüfen“, teilte die Notenbank mit. Die nächste Zinssitzung soll am 22. Juli stattfinden.

Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hatte die Zentralbank den Leitzins zunächst massiv von 9,5 auf 20,0 Prozent angehoben, um einen Absturz der Landeswährung Rubel zu verhindern. Danach folgten aber angesichts der Sanktionen des Westens und einer drohenden Rezession im Land in kurzer Abfolge drei Zinssenkungen um jeweils drei Prozentpunkte. Ende Mai lag der Leitzins schließlich bei elf Prozent.

Mit der jüngsten Zinssenkung liegt der Satz aber deutlich unter der Inflationsrate im Land, die Anfang Juni 17 Prozent betrug. Die Notenbank hat die Erwartung geäußert, dass die Teuerung 2024 zur Zielmarke der Währungshüter von vier Prozent zurückkehrt. Für das laufende Jahr senkte sie ihre Inflationsprognose auf 14 bis 17 Prozent. Bislang lautete die Vorhersage auf 18 bis 23 Prozent Inflation. Die Notenbank teilte zudem mit, der Rückgang der Wirtschaftsaktivitäten im zweiten Quartal sei weniger stark ausgeprägt gewesen als erwartet. Der Rückgang im Gesamtjahr könne ebenfalls geringer ausfallen als noch in der Vorhersage vom April. Russlands Wirtschaft war 2021 um 4,7 Prozent gewachsen.

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