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Oligarch will seine Mega-Jacht zurück

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Es läuft nicht so richtig rund bei Farkhad Akhmedov und seiner “Luna”. Die 400 Millionen teure Luxus-Jacht des Oligarchen darf den Hamburger Hafen nicht verlassen. Zuvor hatte er das Schiff jahrelang wegen einer Scheidung in Dubai geparkt.

Viel Spaß hatte Farkhad Akhmedov mit seiner Mega-Jacht “Luna” bisher nicht. Erst dümpelte sie während eines jahrelangen Scheidungskriegs in Dubai herum, dann wurde sie im Hamburger Hafen von den Behörden festgesetzt. Der Grund: Akhmedov steht auf der Sanktionsliste der Europäischen Union.

Der britischen “Times” zufolge haben seine Anwälte nun die EU aufgefordert, den Oligarchen von der Liste zu streichen. Sie hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Sanktionen gegen den 66-Jährigen verhängt. Zur Begründung hieß es, er stehe “dem Kreml nahe und ist ein führender Geschäftsmann und in Bereichen der Wirtschaft tätig, die der Regierung der Russischen Föderation als wichtige Einnahmequelle dienen”.

Die 114 Meter lange Jacht wurde 2010 in Bremerhaven gebaut, erster Eigentümer war der Oligarch Roman Abramowitsch. Sie hat Platz für 18 Gäste und 49 Crew-Mitglieder und verfügt über edel ausgestattete Kabinen, einen großen Pool, ein großzügiges Sonnendeck und einen Hubschrauber-Landeplatz.

2014 kaufte Akhmedov das Schiff. Er nutzte es im Sommer im Mittelmeer – und danach kaum noch. Ab Herbst wurde die “Luna” auf einer Werft aufgehübscht, die Arbeiten zogen sich bis zum März 2016 hin. Kurz danach war die Jacht Gegenstand einer zähen Scheidung.

Ab nach Dubai

Erst lag die “Luna” im Trockendock einer Hamburger Werft. Nach der Festsetzung musste sie verlegt werden.

(Foto: picture alliance /)

Ein Londoner Gericht hatte 2016 Akhmedovs Ex-Frau Tatjana Vermögen im Wert von umgerechnet 560 Millionen Dollar zugesprochen, nachdem sie die Scheidung eingereicht hatte – darunter die “Luna”. Das Paar hatte 1993 geheiratet und lebte danach in der britischen Hauptstadt. Nach dem Urteil zog Akhmedov nach Moskau und weigerte sich, seiner Ex-Frau auch nur einen Bruchteil der Summe zu überweisen. “Ich werde das Geld eher verbrennen, als es ihr zu geben”, schrieb er in einer Whatsapp-Nachricht an seinen Sohn. Dessen Antwort: Seine Mutter haben keinen Penny verdient.

Tatjana heuerte Spezialisten an, um Vermögensgegenstände Akhmedovs aufzuspüren und beschlagnahmen zu lassen. Um seine Jacht behalten zu können, schuf der Geschäftsmann offenbar eine verschachtelte Eigentümerstruktur aus verschiedenen Firmen. Das Schiff ließ er nach Dubai bringen, wohl in der Annahme, er könne es so dem Zugriff der britischen Justiz entziehen. Dort lag es, bis sich die Ex-Eheleute im vergangenen Sommer auf einen Vergleich in London einigten.

Tatjana Akhmedova erhielt eine Abfindung in Höhe von umgerechnet 100 Millionen Dollar und Kunstwerke im Wert von 50 Millionen Dollar. Ihr wurden außerdem umgerechnet 93 Millionen Dollar zugesprochen, die ihr Sohn zahlen muss. Er habe seinem Vater geholfen, Vermögenswerte zu verstecken, so die Richterin. Er hatte anderem ausgesagt, 50 Millionen Dollar beim Aktienhandel verzockt zu haben. Derweil teilte die von Akhmedova beauftragte Firma mit, sie habe ihr 103 Millionen Dollar für die Suche nach Vermögensgegenständen ihres Ex-Manns in Rechnung gestellt.

Akhmedov will von Sanktionsliste entfernt werden

Nach der Einigung gab sich Oligarch Akhmedov zufrieden. Sie “haben viele Jahre Millionen (…) ausgegeben, um die ‘Luna’ festzusetzen. Jeder einzelne Versuch ist gescheitert und die Jacht bleibt im Besitz von [mir] und der Familien-Stiftung”, triumphierte Akhmedov.

Viel Zeit auf seinem geliebten Schiff dürfte er danach aber nicht verbracht haben. Seit November 2021 liegt die Mega-Jacht in Hamburg, um dort erneut umgebaut zu werden. Dort wurde sie nun festgesetzt, kann aber wegen der begonnenen Arbeiten sowieso nicht auslaufen. Die sind allerdings offenbar unterbrochen – das Schiff wurde mittlerweile vom Trockendock in den Hafen der Werft Blohm+Voss gebracht.

Das Wirtschaftsmagazin “Forbes” schätzt das Vermögen Akhmedovs auf 1,7 Milliarden Dollar. Er wurde 1955 in Baku, in der damaligen Sowjetrepublik Aserbaidschan, geboren. 1986 zog er nach London und verkaufte zunächst Zobel-Felle. Ein Jahr darauf gründete er eine Firma, die sowjetische Gas-Förderer mit Ausrüstung belieferte. 1993 wurde er Minderheitsaktionär von Nordgas, einem in Sibirien tätigen Gas-Produzenten. Zwei Jahre später kaufte er einem anderen Aktionär dessen 44-Prozent-Paket ab und wurde Vorsitzender von Nordgas. 2012 verkaufte er seinen Nordgas-Anteil für 1,4 Milliarden Dollar.

Wie die “Times” berichtet, argumentieren seine Anwälte, Akhmedov sei seit vielen Jahren nicht mehr im Energiesektor tätig. Er sei zwar in russische Lokalpolitik “involviert”, habe seit mehr als einem Jahrzehnt aber kein politisches Amt inne und sei weder Mitglied einer Partei noch Teil des Zirkels rund um den russischen Präsidenten Wladimir Putin gewesen.

Und nun? Nach der Beilegung des Scheidungskriegs hatte die Londoner Richterin den Beginn von Leo Tolstois Roman “Anna Karenina” zitiert: “Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise.” Sie ergänzte: “Die Familie Akhmedov ist eine der unglücklichsten Familien, die jemals in meinem Gerichtssaal erschienen ist.”

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