Aktuelle Deutschland Nachrichten

Joe Biden spottet über Elon Musk

0 9

Viele Anleger vertrauen auf das Gespür von Elon Musk: Gerade plagen den Tesla-Chef düstere Rezessionsahnungen. Der US-Präsident gehört allerdings nicht zu dessen Anhängern. Joe Biden verweist auf den Konkurrenten Ford und macht einen Witz auf Kosten des Börsen-Gurus.

US-Präsident Joe Biden hat abweisend auf eine düstere Wirtschaftsprognose des Tesla-Chefs Elon Musk reagiert und ihm in diesem Zusammenhang einen guten Flug zum Mond gewünscht. Musk hatte in einer internen E-Mail erklärt, er habe ein „super schlechtes Gefühl“ bezüglich der Konjunktur. Zudem kündigte er die Entlassung von zehn Prozent seiner Belegschaft an. Darauf angesprochen verwies Biden auf Investitionen und den Bau neuer E-Fahrzeuge durch den Konkurrenten Ford. Dieser stelle zudem 6000 Mitarbeiter ein, sagte der Präsident vor Journalisten. „Daher, wissen Sie, viel Glück für seine Reise zum Mond.“

Musk reagierte umgehend auf Twitter mit „Danke, Herr Präsident!“ und einem Link zu einem Auftrag der US-Raumfahrtbehörde NASA für sein Weltraumunternehmen SpaceX. Musk hat sich zuletzt auf Twitter politischen Themen zugewandt und dabei mit den Demokraten von Biden gebrochen. In der Vergangenheit habe er die Partei gewählt, weil sie überwiegend die Partei der Güte gewesen sei, schrieb er Mitte Mai. „Aber sie sind zur Partei der Spaltung und des Hasses geworden, deshalb kann ich sie nicht mehr unterstützen und werde die Republikaner wählen.“

„Rezessionen erfüllen eine Reinigungsfunktion“

Erst am Mittwoch hatte Musk Schlagzeilen gemacht, weil er seiner Belegschaft Homeoffice untersagt hatte. „Wenn jemand nicht erscheint, müssen wir davon ausgehen, dass diese Person das Unternehmen verlassen hat“, hieß es in dem Schreiben ohne freundliche Anrede mit der Betreffzeile „um superklar zu sein“. Auf Twitter lieferte sich Musk einen Schlagabtausch mit dem australischen Milliardär Scot Farquhar, der die Beorderung zurück ins Büro als „irgendwas aus den 1950er Jahren“ bezeichnet hatte. Der Tesla-Chef antwortete darauf: „Rezessionen erfüllen eine wichtige wirtschaftliche Reinigungsfunktion.“

Musk ist der erste Automanager, der sich besorgt über die Konjunktur zeigt. Die Branche profitiert derzeit von einer weltweit hohen Nachfrage nach Neu- und Gebrauchtwagen, auch bedingt dadurch, dass die Produktion wegen Chip-Engpässen oder Lockdowns seit 2020 unter Druck ist. Im ersten Quartal lieferte Tesla mit 310.048 Fahrzeugen so viele Autos aus wie nie zuvor, der Umsatz schnellte um 70 Prozent auf 18,8 Milliarden Dollar hoch. Die Produktion fiel aber hinter das Vorquartal zurück. Tesla musste wegen des Corona-Lockdowns sein Werk in Shanghai zeitweise schließen und kämpft derzeit damit, die Produktion wieder hochzufahren.

„Ein Hurrikan ist auf dem Weg“

Zuletzt hatten sich in den USA mehrere hochrangige Firmenchefs besorgt über die Konjunkturentwicklung geäußert. Jamie Dimon, Chef der Investmentbank JPMorgan, sagte diese Woche, ein „Hurrikan ist auf dem Weg zu uns“. Die Inflation in den USA ist derzeit so hoch wie seit 40 Jahren nicht mehr. Die US-Notenbank Fed steht vor der Aufgabe, die Teuerung wieder in den Griff zu bekommen, ohne das Land in eine Rezession zu stürzen.

„Das schlechte Gefühl, das Musk hat, wird von vielen Leuten geteilt“, sagte Carsten Brzeski, Analyst bei der niederländischen ING-Bank. „Aber wir reden nicht von einer weltweiten Rezession. Wir rechnen mit einer Abkühlung der Weltwirtschaft gegen Jahresende.“ In den USA finden im November Kongress-Wahlen statt. Die Demokraten stehen wegen der hohen Inflation zusätzlich unter Druck.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind, aber Sie können sich abmelden, wenn Sie dies wünschen. Annehmen Weiterlesen

Datenschutz- und Cookie-Richtlinie