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Hohe Inflation verschreckt Anleger

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Die Inflation steigt in den USA so hoch wie seit 40 Jahren nicht. Gleichzeitig lässt die Kaufkraft der Verbraucher wegen des Preisauftriebs spürbar nach. Das drückt gewaltig auf die Stimmung an den Börsen.

Inflations- und Zinssorgen haben das Geschehen an der Wall Street bestimmt. Die US-Verbraucherpreise für Mai haben sowohl auf Monats- wie auch Jahressicht stärker als ohnehin befürchtet angezogen. Auch die Kernteuerung lag über den Marktprognosen. Die Daten dürften die Beratungen während der US-Notenbanksitzung in der kommenden Woche im Hinblick auf den künftigen Zinspfad beeinflussen. Sie ließen keinen Inflationsgipfel erkennen und sprachen dafür, dass an den Märkten zusätzliche Zinserhöhungen durch die US-Notenbank eingepreist werden dürften.

Dazu kam, dass der Preisauftrieb die Stimmung unter den US-Verbrauchern spürbar eintrübt: Der von der Universität Michigan ermittelte Index für die Verbraucherstimmung ist Anfang Juni unerwartet deutlich auf ein Rekordtief abgesackt.

S&P 500 3.910,30

Der Dow-Jones-Index verlor 2,7 Prozent. Für den S&P-500 ging es um 2,9 Prozent abwärts. Der Nasdaq-Composite fiel um 3,5 Prozent. Die Kursgewinner an der New Yorker Börse waren mit 558 (Donnerstag: 553) erneut klar in der Minderheit. Ihnen standen 2.743 (2.760) Verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 92 (114) Titel.

Die Aussicht auf weiter steigende US-Zinsen trieb den US-Dollar auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Der Dollarindex legte um 0,9 Prozent zu. Am Rentenmarkt zogen die Renditen am kurzen Ende steil an. Händler spekulierten auf kurzfristig steigende Leitzinsen, sogar Zinsschritte über 75 Basispunkte wurden wieder ins Spiel gebracht. Langfristig könnte die Inflation aber wieder nachlassen, daher stiegen die Renditen der Langläufer verhaltener.

Facebook spart bei Nachrichten

Konjunktursorgen stützten den Goldpreis, trotz anziehender Marktzinsen und des sehr festen Greenback. Am Erdölmarkt, wo die Preise nachgaben, befürchteten Akteure hingegen eine fallende Nachfrage, sollten die sich abzeichnenden Zinserhöhungen die Konjunktur abwürgen. Außerdem wurden neue Lockdowns aus Shanghai gemeldet. Diese dürften ebenfalls die Nachfrage aus China drücken.

Unter den Einzelaktien verloren Meta Platforms mit der Schwäche der Technologiewerte 4,6 Prozent. Facebook überprüft offenbar sein Engagement für die Bezahlung von Nachrichten auf der eigenen Plattform. Das Unternehmen könnte somit Millionen US-Dollar, die es derzeit an Verlage überweist, einsparen. Vorbörslich hatte dies noch gestützt.

Die Titel von Docusign knickten um 24,5 Prozent ein. Der Entwickler von E-Signatur-Software hatte von einem verlangsamten Wachstum im ersten Quartal berichtet. Die Gesellschaft hat zudem die Einstellungspläne zurückgeschraubt. Der Nettogewinn für das Auftaktquartal lag unter den Erwartungen der Analysten.

Die Papiere von Stitch Fix brachen um 18,4 Prozent ein. Der Styling-Spezialist kämpft mit der Konsumzurückhaltung der Verbraucher und streicht 330 Stellen. Die Verluste weiten sich aus. Vail Resorts zogen dagegen um 1,3 Prozent an. Der Betreiber von Skigebieten hatte steigende Gewinne und Umsätze nach Ende der Corona-Schutzmaßnahmen vermeldet. Die Anteilsscheine von Rent the Runway büßten rund 4 Prozent ein. Die E-Commerce-Plattform hatte zwar den Umsatz verdoppelt, doch dürfte die extrem schwache Verbraucherstimmung die Aktie belastet haben.

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