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Gas-Krise alarmiert Bierbrauer und Glashersteller

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Der Durst der Menschen ist wieder da, es wird erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie wieder mehr Bier konsumiert. Die Produktion steigt wieder – und schon haben die Brauer neue Sorgen. Der Grund ist die Gasversorgung ihrer Unternehmen und ihrer Zulieferer.

Viele Bierhersteller sorgen sich um die Gasversorgung sowohl ihres Unternehmens als auch ihrer wichtigen Zulieferer wie etwa die der Glashersteller. „Die Branche beschäftigt die tiefe Sorge vor einem Blackout“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. Etwa zwei Drittel der deutschen Brauereien sind nach Angaben des Verbandes auf Gas angewiesen. „Wir fahren mit hohem Tempo durch eine Nebelwand. Uns fehlt Planungssicherheit“, sagt Eichele. Das gelte sowohl für die Pandemie als auch für Energieversorgung.

„Die Brauwirtschaft hat ein Damoklesschwert: Das ist ein Gasembargo“, sagte der Generalbevollmächtigte der Privatbrauerei Veltins, Michael Huber. Sollte es dazu kommen, „dann werden viele Brauereien ganz erhebliche Probleme kriegen“. Ein großer Teil von ihnen sei kaum in der Lage, auf andere Energieträger wie Öl umzustellen.

Zudem sei die Gasversorgung auch bei wichtigen Vorlieferanten der Brauer ein Hauptthema. „Wir brauchen pro Jahr etwa 50 bis 60 Millionen neue Flaschen. Wenn da irgendetwas einbricht, ist die Versorgung total unterbrochen“, sagte Huber mit Blick auf die Glashersteller.

Auch fehlender Leim oder ein Mangel an Etiketten könnten die Produktion ins Stocken bringen. Deshalb habe Veltins für 30 Millionen Euro vorzeitig Ware eingekauft, die sonst kurzfristig geordert worden wäre. Für diese Mengen seien Lagerhallen angemietet. „Du brauchst Liquidität und Durchhaltevermögen und vor allen Dingen: Du brauchst Kapazitäten“, sagte Huber. Die Brauerei im Hochsauerlandkreis sei auf einen möglichen Wechsel von Gas auf Öl vorbereitet und verfüge über Tankkapazitäten für den Öl-Bedarf von fünf Wochen. Pro Woche würde die Brauerei Öl im Umfang von drei großen Tanklastzügen benötigen.

Eigentlich ging es für die Brauer nach einer tiefen Talsohle gerade wieder aufwärts. Volle Biergärten sowie Volksfeste hatten den Konsum nach der Corona-Pandemie wieder angekurbelt. Nun gibt es schon neue Sorgen.

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