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Fedex-Absturz vergrault US-Anleger

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An der Wall Street geht es weiter bergab: Nach den jüngsten Verlusten bleiben die wichtigsten US-Indizes weiter in schwerem Fahrwasser. Vor allem der Crash von Fedex bremst die Investitionsfreude der Anleger kräftig.

Ein trüber Ausblick des Paket-Lieferdienstes Fedex hat die Anleger an der Wall Street verschreckt und die amerikanischen Indizes auf den tiefsten Stand seit rund zwei Monaten gedrückt. Der Dow-Jones-Index fiel um knapp ein Prozent auf 30.821 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 brach durch die charttechnisch wichtige Unterstützung bei 3900 Punkten und schloss bei 3873 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte ebenfalls um einen Prozent nach unten auf 11.448 Punkte ab.

S&P 500 3.875,20

Aktien von Fedex taumelten um 21 Prozent abwärts, nachdem der Paketriese mit Blick auf die Abkühlung der Konjunktur seinen Ausblick kassierte. Die Papiere der Konkurrenten UPS und XPO Logistics brachen jeweils 4,7 Prozent ein. Die Zahlen von Fedex bestätigten einen Abschwung der Weltwirtschaft und drohende Rezessionen in Amerika und Europa, sagte Analyst Ole Hansen von der Saxo Bank.

„Was die Leute beunruhigt, ist die Frage, ob dies der Frühindikator für Schlimmeres sein kann. Wir sehen einige Warnungen von einigen Unternehmen aus verschiedenen Branchen, die darauf hindeuten, dass die Aussichten schlechter sein könnten, als wir sie eingepreist hatten“, sagte Stratege Todd Lowenstein von der Privatbank bei der Union Bank. Geschürt wurden die Sorgen der Investoren auch von den jüngsten Rezessionswarnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank.

Auch Uber mit großen Verlusten

Ungemütlich war es zum Wochenausklang auch wegen des Verfalls von Optionen und Futures auf Aktien und Indizes. An diesem Tag kommt es häufig zu scheinbar unerklärlichen Kursverwerfungen – weshalb Börsianer auf das Bild tanzender Hexen zurückgreifen. Im September, einer saisonal schwachen Zeit für die Märkte, wird die Fed auch das Abschmelzen ihrer Bilanz vorantreiben – ein Schritt, von dem einige Anleger befürchten, dass er die Volatilität an den Märkten erhöhen und die Wirtschaft belasten könnte.

Bei den Einzelwerten stachen zudem Uber Technologies mit einem Verlust von 3,7 Prozent hervor. Der Fahrdienst-Anbieter untersucht nach eigenen Angaben einen möglichen Hacker-Angriff und hat einige interne Systeme vorübergehend abgeschaltet.

Uber
Uber 31,56

An den Rohstoffmärkten gab der europäische Erdgas-Future mehr als zwölf Prozent auf 185,75 Euro je Megawattstunde nach. Hier nutzten Anleger die jüngste Rally zu Gewinnmitnahmen. In den vergangenen Tagen hatte der Terminkontrakt zeitweise 28 Prozent zugelegt. Auch der stete Gasfluss aus Norwegen als Ausgleich für die fehlenden russischen Lieferungen und die gut gefüllten Lager trugen zur Entspannung bei.

Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 91,97 Dollar je Barrel (159 Liter). Dies sei aber nur eine Reaktion auf vorangegangene Kursverluste, sagte ein Börsianer. Wegen der trüben Konjunkturaussichten müsse mit weiteren Rückgängen gerechnet werden.

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