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EWE kündigt Gaskunden – und macht Rückzieher

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Zahlreiche Strom- und Gaskunden erhalten in diesen Tagen Kündigungen von ihren Versorgern. Die Hiobsbotschaft erreicht auch EWE-Kunden. Direkt im Anschluss zieht das Unternehmen die Kündigungen aber zurück.

Nach diversen anderen Energieversorgern hat nun auch EWE Kündigungen an Gaskunden verschickt. Doch bevor diese wirksam werden, nimmt das Unternehmen die Kündigungen schon wieder zurück. „Die aktuelle Situation an den Energiemärkten stellt auch EWE als einen der größten regionalen Energieversorger aus dem Nordwesten vor Herausforderungen“, heißt es in dem Kündigungsschreiben, das das Portal verbraucherhilfe-stromanbieter.de veröffentlicht hat. „Gerade jetzt ist es wichtig, die Versorgungssicherheit in der Heimatregion zu gewährleisten.“ Kunden außerhalb dieser Heimatregion könnten ihren Vertrag daher nicht über die vereinbarte Laufzeit hinaus fortführen. Nur wenige Tage später spricht das Unternehmen von einem Fehler, die Kündigungen seien nicht korrekt und würden rückgängig gemacht.

Matthias Moeschler, der das Portal betreibt und nebenberuflich Stromverträge vermittelt, geht davon aus, dass EWE zum Laufzeitende kündigen wollte und dann intern ein Fehler passierte, dass die Kündigungen zu früh ausgesprochen wurden, wie er im Gespräch mit ntv.de sagt. Nach Angaben eines EWE-Sprechers müssen die Betroffenen aber nicht fürchten, noch eine korrekte Kündigung zu erhalten: „Auch nach dem Laufzeitende wird diesen Kunden nicht gekündigt“, teilt er ntv.de mit.

Es treffe „bedauerlicherweise zu, dass EWE aktuell Kunden außerhalb des Heimatmarktes Kündigungen hat zukommen lassen, die nicht korrekt waren“, schreibt der Sprecher des Oldenburger Energieversorgers. „Wir bedauern diesen Fehler außerordentlich und sind bereits dabei, die betroffenen Kunden darüber zu informieren und die Kündigungen rückgängig zu machen.“

Wie viele EWE-Kunden betroffen sind, beantwortet er nicht. Bundesweit erhalten Strom- und Gaskunden zurzeit Kündigungen ihrer Energieversorger, die zur Begründung auf die Preisexplosion verweisen. Neue Verträge sind für Betroffene deutlich teurer, vor allem bei Gas geht es um teils hohe Summen.

Kündigungen zum Laufzeitende sind zulässig. Vor Ende der Laufzeit halten Verbraucherschützer Kündigungen dagegen für unzulässig und raten zum Widerspruch. Rund 20 Anbieter haben laut Moeschler Verträge für Strom und Gas vor Laufzeitende gekündigt, insgesamt seien fast eine Million Kunden betroffen; weiteren wurde zum Laufzeitende gekündigt oder wegen der Insolvenz ihres Versorgers.

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