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Deutsche häufen Rekordvermögen an

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Während der Corona-Pandemie haben die Deutschen viel Geld auf die hohe Kante gelegt. Das Vermögen der Menschen ist auch deswegen auf einen Rekordstand gewachsen. Um zu den reichsten zehn Prozent des Landes zu gehören, führt aber noch immer kein Weg an einer eigenen Immobilie vorbei.

Der Wohlstand der Deutschen ist in den vergangenen Jahren laut einer Bundesbank-Studie auf breiter Basis gewachsen. Die Ungleichheit der Vermögen ist zudem etwas gesunken, wie aus der veröffentlichten Umfrage der Bundesbank zur Vermögensentwicklung aus dem Jahr 2021 unter 4119 Haushalten hervorgeht. Während der Pandemie angesammelte zusätzliche Ersparnisse hätten unter anderem dazu beigetragen, dass die Ungleichheit der Vermögensverteilung leicht zurückgegangen sei. Im europäischen Vergleich bleibe sie in Deutschland aber weiterhin hoch.

Der Untersuchung zufolge nahm das durchschnittliche Nettovermögen der Deutschen zwischen 2017 und 2021 um 36 Prozent auf 316.500 Euro zu und erreicht damit einen neuen Höchststand. Auch der Median, der die Haushalte in eine reiche und eine ärmere Hälfte teilt, legte deutlich zu. Bei dieser Betrachtung wird beispielsweise der Einfluss extremer Vermögen eingedämmt.

Die Medianwerte zum Nettovermögen kletterten von 2017 bis 2021 erheblich. Waren es im Jahr 2017 noch 70.800 Euro an Nettovermögen ist der Wert bis 2021 auf mittlerweile 106.600 Euro angewachsen – ein Anstieg von fast 51 Prozent. “Die Vermögensbestände haben zwischen 2017 und 2021 erneut auf breiter Basis zugenommen”, heißt es in der Studie. “Insbesondere auch bei Haushalten mit geringem Vermögen gab es relativ zu den vorhandenen Beständen starke Zuwächse.” Allerdings änderte sich der Aufbau der Vermögen bei reichen und ärmeren Haushalten in den vergangenen Jahren kaum, wie aus der Untersuchung hervorgeht.

Nettovermögen von 725.900 Euro erforderlich

Weiterhin sind vor allem die Haushalte vermögend, die über Immobilienbesitz verfügen und Unternehmensanteile besitzen. Das Vermögen der ärmeren Haushalte besteht dagegen immer noch vor allem aus Sparguthaben und anderen eher risikoarmen Anlageformen. Um zu den reichsten zehn Prozent der Haushalte zu gehören, war 2021 ein Nettovermögen von 725.900 Euro erforderlich. Vier Jahre zuvor hatte die Grenze noch bei 555.700 Euro gelegen. Zählten 2017 Haushalte mit einem monatlichen Nettovermögen von mehr als 3000 Euro schon zu den vermögenderen 80 Prozent der Haushalte, waren dafür 2021 jetzt 6900 Euro erforderlich.

Die vermögendsten zehn Prozent bauten ihren Anteil am gesamten Nettovermögen etwas aus: Lag 2017 der Anteil der vermögendsten zehn Prozent der Haushalte noch bei 55 Prozent, stieg er 2021 auf 56 Prozent an. Im europäischen Vergleich sind die Vermögen in Deutschland nach wie vor sehr ungleich verteilt.

Zwar ging der sogenannte Gini-Koeffizient für das Nettovermögen, der die Ungleichheit misst und international vergleichbar macht, in Deutschland leicht zurück. Er sank 2021 auf 73 Prozent nach 74 Prozent 2017. Bei einem Wert von 100 Prozent ist die Ungleichheit maximal, bei null minimal ausgeprägt. Zum Vergleich: Andere EU-Länder schnitten da 2021 besser ab. So lag in Italien 2021 der Wert bei 68 Prozent. Portugal wies 2021 einen Koeffizienten von 66 Prozent aus.

Die Notenbank hat die Studie zum vierten Mal durchgeführt. Die privaten Haushalte gaben Auskunft über ihr Vermögen: Immobilien und Autos, wertvolle Sammlungen und Schmuck, Guthaben auf Sparkonten, Bausparverträge, Aktien, Lebensversicherungen. Auf der Soll-Seite: Hypotheken, Konsumentenkredite, Kreditkartenschulden, Bafög-Schulden. Die Umfrage fand zwischen April 2021 und Anfang Januar 2022 statt. Welchen Folgen die Entwicklung seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat – gestiegene Inflation und Zinsen, sinkende Immobilienpreise – lässt sich der Notenbank zufolge derzeit kaum abschätzen.

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