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Deutsche Bank kündigt Ende von Negativzinsen an

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Vergangene Woche kündigt die Europäische Zentralbank die erste Zinserhöhung seit 2011 an. Die Deutsche Bank und die Postbank wollen diese Entwicklung an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben. Die Commerzbank will sich noch nicht festlegen.

Bankkunden in Deutschland können auf ein Ende der Negativzinsen auf Giro- oder Tagesgeldkonten hoffen. „Die Höhe des Verwahrentgeltes richtet sich nach der sogenannten Einlagenfazilität der Europäischen Zentralbank“, kommentiert ein Sprecher des größten deutschen Geldhauses die für Juli angekündigte Zinsanhebung der Europäischen Zentralbank. „Wenn die EZB den Satz der Einlagenfazilität gemäß ihrer jüngsten Ankündigung um 0,25 Prozentpunkte anhebt, werden Deutsche Bank und Postbank diese Anpassung an ihre Privatkunden weitergeben und das Verwahrentgelt um 0,25 Prozentpunkte reduzieren.“

Der EZB-Rat hatte am Donnerstag beschlossen, bei seiner nächsten Sitzung am 21. Juli die Leitzinsen im Euroraum um jeweils 0,25 Prozentpunkte anzuheben. Es wäre die erste Erhöhung seit 2011. Im September soll ein weiterer Schritt folgen, der dann mutmaßlich noch größer ausfällt.

Derzeit müssen Banken selbst 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Gelder bei der EZB parken. Die Kosten dafür geben etliche Institute an ihre Kundinnen und Kunden weiter. „Wenn der Satz der Einlagenfazilität in einem zweiten Schritt auf null oder in den positiven Bereich angehoben wird, werden wir im Privatkundengeschäft kein Verwahrentgelt mehr erheben“, teilte der Deutsche-Bank-Sprecher mit.

451 Banken langen zu

Die Deutsche Bank erhebt seit Mitte Mai 2020 in ihrem Privatkundengeschäft sogenannte Verwahrentgelte. Derzeit müssen Kundinnen und Kunden dort ab 50.000 Euro auf Giro- und Anlagekonten sowie ab 25.000 Euro für Tagesgeld Negativzinsen zahlen. Ebenso ist es bei der zum Deutsche-Bank-Konzern gehörenden Postbank.

Die Commerzbank dagegen will sich noch nicht festlegen, wann sie ihre Verwahrentgelte für Kunden mit hohen Einlagen zurückschrauben wird. Die Bank warte die nächsten EZB-Entscheidungen ab, sagte ein Sprecher des Frankfurter Instituts auf Anfrage. Commerzbank-Chef Manfred Knof hatte Mitte Mai gesagt: „Wenn die EZB reagiert, dann können und werden auch wir schnell reagieren.“ Die Direktbank ING Deutschland war am 10. Mai vorgeprescht und hatte sich darauf festgelegt, zum 1. Juli die Negativzinsen für fast alle ihrer Privatkunden abzuschaffen.

Dem Vergleichsportal Verivox zufolge verlangen aktuell mindestens 451 von etwa 1300 ausgewerteten Kreditinstituten in Deutschland Negativzinsen von Privatkunden (Stand: 8. Juni 2022). Das Internet-Portal Biallo zählt sogar 582 Banken und Sparkassen, die Negativzinsen von Privatkunden kassieren (Stand 9. Juni 2022).

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