Juli 21, 2026 8:50 p.m. CEST

Trendmonitor 2026

Dieser Anleger-Reflex kostet laut Studie spürbar Rendite


21.07.2026 – 17:56 UhrLesedauer: 4 Min.

Analystin vor Kursmonitor: Profis schichten um – weniger Aktien, mehr Anleihen, mehr Liquidität. (Quelle: ZenSaBi)

Weniger Aktien, mehr Anleihen und ein neuer Blick auf Europa: Die Profis haben umgeschichtet. Was Privatanleger daraus für ihr eigenes Depot ableiten können.

Die Anlagestrategien großer Vermögensverwalter wirken auf viele Privatanleger wie ein Kompass im unübersichtlichen Marktgeschehen. Das erscheint zunächst logisch, denn professionelle Investoren verfügen über eigene Research-Teams, umfangreiche Daten und viel Erfahrung.

Ihre Entscheidungen zeigen, wie sie auf veränderte wirtschaftliche und politische Bedingungen reagieren. Daraus lassen sich auch Erkenntnisse für den langfristigen Vermögensaufbau ableiten. Eine der wichtigsten lautet: Hektisches Kaufen und Verkaufen in unruhigen Marktphasen verbessert die Rendite nicht – im Gegenteil.

Vermögensverwalter richten ihre Portfolios neu aus

Der „Trendmonitor Vermögensverwaltung 2026“ des Instituts für Vermögensaufbau (IVA) und des WealthTech-Unternehmens QPLIX zeigt: Deutsche Vermögensverwalter haben ihre Portfolios 2025 deutlich umgebaut. Nach mehreren Jahren mit steigenden Aktienquoten legte der Aktienboom erstmals eine Pause ein. Gleichzeitig gewannen Anleihen wieder an Bedeutung.

Auch innerhalb der Aktienportfolios veränderten die Vermögensverwalter ihre Schwerpunkte. Sie erhöhten ihre Investitionen in Technologieunternehmen nicht mehr pauschal, sondern wählten gezielter aus. Zugleich setzten sie wieder stärker auf große deutsche und europäische Unternehmen.

Was macht eigentlich ein Vermögensverwalter?

Vermögensverwalter betreuen das Geld ihrer Kundinnen und Kunden professionell. Sie entscheiden, wie ein Portfolio aufgeteilt wird, zum Beispiel mit Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs und Liquidität, und passen diese Mischung an Ziele, Risiko und Marktlage an. Wichtig ist der Unterschied zur reinen Anlageberatung: Vermögensverwalter dürfen innerhalb eines vereinbarten Rahmens selbstständig handeln. Sie kaufen und verkaufen also Wertpapiere, ohne jede einzelne Entscheidung vorher mit der Kundin oder dem Kunden abzustimmen.

Weniger Aktien, mehr Anleihen und Liquidität

Der Studie zufolge zeigt sich bei den großen Anlageklassen im Vergleich zum Vorjahr eine klare Trendwende. 2024 hatte der Aktienanteil mit 62,8 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Der Anteil von Anleihen lag damals bei 21,2 Prozent.

2025 sank die Aktienquote auf 59,7 Prozent. Der Anteil von Anleihen stieg dagegen auf 23,2 Prozent. Zusammen mit einer Liquiditätsquote von 11,6 Prozent entfiel damit wieder mehr als ein Drittel des durchschnittlichen Portfolios auf Anleihen und frei verfügbares Geld.

Kai Linde, CEO von QPLIX, ordnet die Entwicklung so ein: „Vermögensverwalter haben Aktien zwar nicht grundsätzlich infrage gestellt, aber sie haben die starke Gewichtung der Vorjahre nicht einfach fortgesetzt. Für 2026 bleibt daher weniger die Frage entscheidend, ob Aktien oder Anleihen ‚gewinnen‘, sondern wie flexibel Portfolios zwischen Renditechancen, laufenden Erträgen und Liquidität austariert werden.“

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