Oktober 5, 2026 9:00 a.m. CEST

Hautbeschwerden

Welche Medikamente trockene Haut begünstigen können


05.10.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Finden Sie ein schwarzes Dreieck auf dem Beipackzettel, sollten Sie besonders aufmerksam auf Nebenwirkungen achten. (Quelle: diego_cervo/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Trockene Haut spannt, juckt und schuppt. Nicht immer ist eine falsche Hautpflege die Ursache. Welche Medikamente die Haut austrocknen können.

Fehlen der Haut Wasser und schützende Fette, reagiert sie mit Spannungsgefühlen, Rötung, Juckreiz und Schuppung. Trockene Haut kann dann einreißen, bluten und sich entzünden. Oft sind zu intensive Reinigung, Kälte und Hitze, aber auch allergische Kontaktekzeme und andere Erkrankungen, etwa Neurodermitis und Diabetes mellitus, die Ursache trockener Haut. Doch auch bestimmte Medikamente können trockene Haut begünstigen.

Was trockene Haut so quälend macht

Damit die Haut widerstandsfähig und geschmeidig bleibt, braucht sie ausreichend Fett und Feuchtigkeit. Bei trockener Haut ist der schützende Hautfilm der oberen Hautschicht angegriffen. Die Hautbarriere ist geschwächt. Die Haut spannt, rötet sich, wird rau und schuppt. Zugleich reagiert die Haut empfindlicher auf Waschsubstanzen, UV-Licht, Hitze, Kälte und trockene Heizungsluft.

Reizstoffe, etwa Duftstoffe, können leichter in die Haut eindringen und die Haut zusätzlich strapazieren. Es entstehen Juckreiz und Brennen. Wer kratzt, kann in der Haut Verletzungen verursachen, die bluten, nässen und das Risiko für Entzündungen bergen. Besonders unangenehm ist trockene Haut, wenn sie an Händen, Armen, im Gesicht, an den Beinen oder im Intimbereich auftritt.

Häufige Ursachen trockener Haut

Zu den häufigen Ursachen trockener Haut gehören trockene Luft, Kälte und Wind, häufiges oder sehr heißes Duschen und Baden, aggressive Seifen, Duschgels oder Reinigungsmittel, häufiges Händewaschen und Desinfizieren, Chlor- oder Salzwasser sowie regelmäßiger Kontakt mit Reinigungs- und Lösungsmitteln.

Auch im höheren Lebensalter wird die Haut trockener. Sie bildet weniger Talg und verliert leichter Feuchtigkeit. Hormonelle Veränderungen, etwa in den Wechseljahren, können die Haut ebenfalls ungünstig beeinflussen. Manche Menschen haben von Natur aus eine empfindliche und eher trockene Haut. Hautkrankheiten, beispielsweise Neurodermitis und Schuppenflechte, aber auch Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, ein Diabetes mellitus und Nierenerkrankungen, können ebenfalls trockene Haut zur Folge haben.

Wenn trockene Haut die Folge von Medikamenten ist

Manchmal ist trockene Haut die Folge von Medikamenten, darunter:

  • Medikamente gegen Akne
  • Medikamente gegen Depressionen
  • Glucocorticoide
  • Entwässerungsmittel (Diuretika)
  • Antihistaminika
  • bestimmte Medikamente gegen Krebs

Einige Wirkstoffe, die zur Aknebehandlung eingesetzt werden, wirken stark austrocknend auf die Haut. Sie verringern die Talgproduktion und beeinflussen die Hauterneuerung. Die Haut verliert leichter Feuchtigkeit und kann sich schuppen. Dazu gehören beispielsweise Retinoide, darunter Tretinoin oder Adapalen. Auch orale Retinoide wie Isotretinoin zählen zu den bekannten Auslösern trockener Haut.

Manche Antidepressiva können Haut austrocknen

Auch bestimmte Medikamente gegen Depressionen enthalten Wirkstoffe, welche die Bildung von Schweiß und anderen Hautsekreten reduzieren. Dadurch können Haut, Mund und Augen trockener werden. Das betrifft beispielsweise trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin und Doxepin. Sie wirken anticholinerg.

Was Glucocorticoide mit der Haut machen

Bei längerer oder hoch dosierter Anwendung können Glucocorticoide (Kortison) die Haut dünner, verletzlicher und durchlässiger machen. Die Hautbarriere wird geschwächt und die Hautfunktion beeinträchtigt. Die Haut kann leichter austrocknen. Das gilt besonders für kortisonhaltige Cremes bei längerer Anwendung. Bei einer kurzzeitigen, korrekt angewendeten Behandlung ist Kortison in der Regel aber gut verträglich.

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