Bergsteiger über Laura Dahlmeier
„Das kann ich nicht mehr aus meinen Gedanken wischen“
Aktualisiert am 08.10.2026 – 11:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Bergsteiger Thomas Huber war Teil der versuchten Rettungsaktion für Laura Dahlmeier vor einem Jahr. Der Tod der Ex-Biathletin beschäftigt ihn noch immer.
Thomas Huber leidet nach 15 Monaten noch unter dem Tod von Laura Dahlmeier. Die deutsche Biathlon-Olympiasiegerin war im Juli 2025 beim Bergsteigen in Pakistan ums Leben gekommen. Der erfahrene Bergsteiger Huber war Teil des Teams, welches eine Rettungsaktion auf dem Boden startete. Die Hilfe kam jedoch zu spät.
Die Erinnerungen an Dahlmeier beschäftigen Huber noch immer. „Das kann ich nicht mehr aus meinen Gedanken wischen“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Für den Extrem-Bergsteiger ist ihr Tod nicht der erste in seinem Umfeld.
„Alle Freunde, mit denen ich unterwegs war, die nicht mehr unter uns sind, das schmerzt“, trauerte er und fügte an: „Gleichzeitig habe ich aber auch gelernt, dass ich ihre Energie spüre, wenn ich in den Bergen unterwegs bin. Deswegen suche ich nach wie vor die Stille der Berge und bin an diesem schmalen Grat zwischen Leben und Tod unterwegs. Das ist so intensiv, dass man die andere Welt spürt.“
Diskussion nach Pressekonferenz: „Hätten wir weinen sollen?“
Dahlmeier und Huber verband eine jahrelange Freundschaft. Sie teilten die Liebe für Berge und die Freiheit, die sie beim Bergsteigen empfanden. Auch deshalb wollte er bei der Suche nach ihr helfen, bekam aber auch die Schattenseiten des Engagements zu spüren.
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Nach einer Pressekonferenz Hubers mit Dahlmeiers Seilpartnerin Marina Krauss war er für fehlende Emotionen kritisiert worden. Damals wehrte er sich auf Instagram mit den Worten: „Ihr habt keine Ahnung, was in uns allen vorgeht, wenn wir diese Geschichte vor laufender Kamera erzählen. Hätten wir weinen sollen?“ Viele Reaktionen seien „respektlos“ gewesen.
Huber suchte danach das Weite und die Nähe der Berge, um darüber hinwegzukommen. „Jetzt bin ich froh, ab morgen lange in den Bergen sein zu dürfen, mich von dieser Welt abzukoppeln und endlich weinen zu dürfen“, schrieb er damals. „Ich hoffe, dass wir alle, besonders Marina auch die Zeit bekommt, es gut zu verarbeiten. Und so gut kannte ich Laura, dass es ganz in ihrem Sinn wäre, dass jetzt endlich Ruhe einkehrt.“
