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Beliebt in der Erkältungszeit

„Öko-Test“: Was Zink und Vitamin C wirklich leisten

29.10.2026 – 17:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Pille statt Gemüse fürs Immunsystem (Symbolbild): Warum das keine gute Idee ist. (Quelle: Nico Tapia/dpa-tmn/dpa-bilder)

In der Erkältungszeit greifen viele zu Nahrungsergänzungsmitteln. Ein aktueller Test zeigt jedoch, dass deren Wirkung begrenzt ist – und dass manche Produkte ein weiteres Problem haben.

„Öko-Test“ hat 21 Nahrungsergänzungsmittel mit Zink und Vitamin C untersucht und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Zwar gibt es Hinweise aus Studien, dass beide Stoffe einen kleinen Effekt auf Erkältungen haben, doch für gesunde Menschen bringen diese Kombipräparate keinen echten Mehrwert.

Zink und Vitamin C können Erkältungen verkürzen, aber …

Für Vitamin C gibt es laut „Öko-Test“ Hinweise, dass eine regelmäßige Einnahme die Dauer einer Erkältung leicht verkürzen kann. Die in den Studien verwendeten Dosen lagen jedoch deutlich über der Höchstmengenempfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), das täglich maximal 250 mg Vitamin C über Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt. Bei sehr hohen Mengen von mehr als 2.000 mg täglich kann es zu Verdauungsbeschwerden wie Durchfall kommen. Kein Produkt in der Auswahl enthält so viel, aber 13 von 21 Mitteln überschreiten die BfR-Empfehlung.

Ähnlich sieht es bei Zink aus. Auch hier deuten Studien auf eine leichte Verkürzung der Erkältungsdauer hin, doch eindeutige Empfehlungen lassen sich daraus laut „Öko-Test“ nicht ableiten. Der Immunologe Lothar Rink von der Aachener Universitätsmedizin weist in „Öko-Test“ darauf hin, dass die in Studien eingesetzten Dosen bei dauerhafter Einnahme zum Teil sogar toxisch wirken können. Mehr als 25 mg Zink täglich können auf Dauer zudem einen Kupfermangel im Körper verursachen, was die Blutbildung beeinträchtigen kann. Das BfR empfiehlt, nicht mehr als 6,5 mg Zink täglich über Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen. 11 der 21 getesteten Produkte liegen darüber, auch wenn keines die kritische 25-mg-Grenze erreicht.

Kritik an zusätzlichen Inhaltsstoffen

Neben der Dosierungsfrage bemängeln die Tester bei zehn der 21 Mittel kritische Inhaltsstoffe. Fünf Produkte enthalten Talkum, das auf EU-Ebene in absehbarer Zeit als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft werden könnte.

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Ernährung deckt meistens den Bedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont, dass sowohl Vitamin C als auch Zink für ein funktionierendes Immunsystem wichtig sind. Kapseln oder Brausetabletten braucht es dafür in aller Regel aber nicht. Einen Vitamin-C-Mangel gibt es laut DGE in Industrieländern „praktisch nicht mehr“. Schon eine halbe rote Paprika und ein kleines Glas Orangensaft reichen aus, um den Tagesbedarf zu decken. Weitere gute Quellen sind Brokkoli, Tomaten, Spinat, Kohl und Kartoffeln.

Auch Zink lässt sich grundsätzlich über die Ernährung aufnehmen, vor allem über Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch und Eier. Wer vegan oder vegetarisch lebt, hat es etwas schwerer: Pflanzliche Quellen wie Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte enthalten zwar Zink, aber auch sogenannte Phytate, die die Aufnahme des Spurenelements im Körper hemmen.

„Öko-Test“ rät, Hülsenfrüchte vor dem Kochen einzuweichen oder Vollkorngetreide in Form von Sauerteigbrot zu sich zu nehmen, da beides den Phytatgehalt reduziert. In Einzelfällen kann eine Ergänzung durch Präparate sinnvoll sein, sollte aber immer ärztlich abgesprochen werden.

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