September 21, 2026 10:38 a.m. CEST

Neue Studie liefert Hinweise

Was Zahnfleischbluten über das Alzheimer-Risiko verrät


21.09.2026 – 07:32 UhrLesedauer: 3 Min.

Beim Zahnarzt (Symbolbild): Parodontitis-Symptome sind nicht eindeutig von denen einer einfachen Zahnfleischentzündung zu unterscheiden. (Quelle: Jacob Wackerhausen/getty-images-bilder)

Blutendes Zahnfleisch ist oft ein Zeichen für eine Zahnfleischentzündung. Eine neue Studie zeigt nun, dass es auch ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für Demenz sein könnte.

Geschwollenes Zahnfleisch, Zahnfleischbluten und empfindliche Zahnhälse werden oft als örtlich begrenztes, eher harmloses Problem wahrgenommen. Treten die Beschwerden regelmäßig auf, kann dahinter aber auch eine Parodontitis (veraltet Parodontose) stecken, eine chronische Entzündung des Zahnbetts und des Zahnfleischs. In Deutschland ist etwa jeder zweite Erwachsene davon betroffen.

Eine neue Studie aus Japan legt nun nahe, dass die chronische Entzündung des Zahnbetts auch Auswirkungen auf die Gehirngesundheit haben könnte. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen schlechter Zahngesundheit und einem erhöhten Risiko für Demenzerkrankungen.

Wie verläuft eine Parodontitis?

Parodontitis wird durch bakterielle Zahnbeläge ausgelöst. Im Verlauf der Krankheit bilden sich tiefe Zahnfleischtaschen, das stützende Gewebe und der Kieferknochen werden abgebaut, und die Zähne können locker werden oder ausfallen. Häufig beginnt Parodontitis mit einer unbehandelten Zahnfleischentzündung, die zunächst kaum Beschwerden verursacht. Ohne Behandlung schreitet die Entzündung jedoch voran und kann schwerwiegende Folgen für die Zahngesundheit haben. Alle Informationen zur Parodontitis finden Sie hier.

Zahnfleischbluten hing stark mit Alzheimer zusammen

Für die Studie untersuchten die Forscher der Kyushu University 1.396 ältere Erwachsene, die zu Beginn der Studie frei von Demenz waren. Über einen Zeitraum von zehn Jahren erfassten sie den Zustand des Zahnhalteapparats der Teilnehmer und dokumentierten, ob es zu Demenzerkrankungen kam. Dabei wurden drei zentrale Indikatoren für Parodontitis gemessen: die Tiefe der Zahnfleischtaschen, der Verlust von Zahnstützgewebe und der Anteil der Stellen, die bei der Untersuchung bluteten.

Während der Studie entwickelten 267 Teilnehmer eine Demenz, darunter 194 Fälle von Alzheimer und 51 Fälle von sogenannter vaskulärer Demenz. Die Forscher stellten fest, dass ein schlechter Zustand von Zahnfleisch und Zahnbett mit einem erhöhten Risiko für Demenz verbunden war.

Besonders auffällig war der Zusammenhang zwischen Zahnfleischbluten und Alzheimer: Teilnehmer mit dem höchsten Anteil an blutenden Stellen hatten ein um 61 Prozent höheres Risiko, an Alzheimer zu erkranken, verglichen mit denjenigen mit den niedrigsten Werten. Auch tiefere Zahnfleischtaschen und ein größerer Verlust von Zahnstützgewebe waren mit einem erhöhten Demenzrisiko assoziiert.

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Chronische Entzündungen und ihre Auswirkungen

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass chronische Entzündungen, wie sie bei Parodontitis auftreten, eine Schlüsselrolle spielen könnten. Entzündetes Zahnfleisch setzt entzündungsfördernde Stoffe, sogenannte Zytokine, frei. Diese gelangen in den Blutkreislauf und können Entzündungsreaktionen im gesamten Körper auslösen, einschließlich des Gehirns. Solche chronischen Entzündungen könnten die Blut-Hirn-Schranke schädigen, neuroinflammatorische Prozesse fördern und letztlich zu neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer führen.

Ein weiterer möglicher Mechanismus betrifft die Durchblutung des Gehirns. Parodontitis kann die Funktion der Blutgefäße beeinträchtigen und zu einer schlechteren Sauerstoffversorgung des Gehirns führen. Dies könnte die Entstehung von vaskulärer Demenz begünstigen, einer Form der Demenz, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn verursacht wird.

Die Dental Health Foundation Ireland erklärt, dass die Ergebnisse die wachsende Zahl von Forschungsarbeiten ergänzen, die mögliche Zusammenhänge zwischen chronischen Entzündungen des Zahnhalteapparats, Mundbakterien und der neurologischen Gesundheit untersuchen.

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