Weihnachtsgebäck im Spätsommer
Warum gibt es jetzt schon Lebkuchen und Spekulatius?
Aktualisiert am 01.09.2025 – 11:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Zimtsterne, Lebkuchen und Spekulatius im Sommer? Viele Kunden sehen den frühen Verkauf von Weihnachtssüßigkeiten kritisch. Laut Handel ist die Nachfrage dennoch groß.
Die Temperaturen in Deutschland sind noch spätsommerlich hoch. Doch in den Supermärkten und Discountern kann man sich schon jetzt auf Weihnachten einstimmen. Denn in den Regalen stehen bereits seit Ende August Lebkuchen und ähnliches Gebäck. Aber warum denn so früh? Die Frage stellen sich viele Verbraucher schon seit Jahren.
„Das Angebot schafft sich seine Nachfrage“, sagt Handelsexperte Andreas Kaapke von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart (DHBW). Der Handel würde die Produkte nicht verkaufen, wenn es sich nicht lohnen würde. Daten des Marktforschungsunternehmens NIQ zeigen hingegen: Im August wurden in den vergangenen Jahren kaum Umsätze mit weihnachtlichem Saisongebäck erzielt, im September hingegen stiegen die Umsätze an.
Mit dem Ende der Urlaubszeit sei unter den Verbrauchern ein zunehmendes Interesse an den Artikeln zu verzeichnen, sagt der Geschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels, Philipp Hennerkes. „Die geäußerte Meinung und das tatsächliche Kaufverhalten klaffen in manchen Bereichen immer mal wieder deutlich auseinander.“ Nicht nur er widerspricht dem Eindruck, dass das Gebäck jedes Jahr etwas früher in den Regalen liegt.
„Der Zeitpunkt hat sich in den vergangenen 25 Jahren nicht geändert“, sagt auch Rewe-Sprecher Andreas Krämer. Spekulatius, Printen, Lebkuchen und Christstollen gehen in diesen Tagen in den Verkauf. Einige Wochen später folgen Weihnachtsmänner, Pralinen und Adventskalender. In den Monaten September und Oktober verkaufe man jeweils deutlich mehr Weihnachtsgebäck als im Dezember, sagt Krämer. Am Anfang sei die Lust besonders groß und nehme dann langsam ab.
Der Discounter Aldi Nord hat unter anderem Lebkuchen und Dominosteine ab Ende August in den Regalen. Für Kaufland gilt das ebenfalls. „Viele unserer Kunden freuen sich schon das ganze Jahr über auf Weihnachten und wollen daher nicht nur in der Vorweihnachtszeit Plätzchen essen“, heißt es. Norma startet sogar zwischen Anfang und Mitte August. „Grundsätzlich stellen wir fest, dass das Weihnachtssortiment in ganz Deutschland bereits jetzt bei den Kunden gut ankommt“, teilt das Unternehmen mit.
Die Lambertz-Gruppe beginnt bereits im Juni mit der Produktion von Printen, Lebkuchen und Stollen. Bis zu 10.000 Paletten verlassen täglich die Produktionslager. Insgesamt werden unter anderem etwa 700 Millionen Dominosteine und 720 Millionen Lebkuchen produziert. Nicht wenige Verbraucher wünschten sich, dass die Gebäcke ganzjährig angeboten werden, sagt Lambertz-Sprecher Martin Heinen. In einigen Nachbarländern sei dies bereits der Fall. Beim Verkauf spielt dem Unternehmen zufolge auch das Wetter eine wichtige Rolle. Sollte es im Oktober und November relativ warm sein, sei das für den Absatz nicht förderlich.
