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Einspeisevergütung: Warum gibt es so wenig Geld?


24.09.2025 – 07:00 UhrLesedauer: 4 Min.

Solaranlage auf dem Dach: Warum ist die Einspeisevergütung eigentlich so niedrig? (Quelle: Halfpoint/t-online)

Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um die Einspeisevergütung.

Wer eine Solaranlage auf dem Dach hat und den erzeugten Strom nicht vollständig verbraucht, kann den Überschuss ins öffentliche Netz einspeisen. Dafür gibt es eine feste Einspeisevergütung. Dabei fällt dem einen oder anderen vielleicht auf: Sie speisen Solarstrom für wenige Cent pro Kilowattstunde ins Netz ein – zahlen aber selbst das Vier- bis Fünffache, wenn Sie Strom aus der Steckdose beziehen. Wie kann das sein? Das hat ein t-online-Leser die Redaktion auch gefragt.

Wenn Sie Strom ins Netz einspeisen, erhalten Sie eine staatlich festgelegte Einspeisevergütung. Seit August 2025 liegt diese bei 7,86 Cent pro Kilowattstunde (kWh) für Anlagen bis zu 10 Kilowatt (kW). Ende Januar 2026 wird die Vergütung erneut sinken; die genaue Höhe bestimmt im Vorfeld die Bundesnetzagentur. Die Vergütung bleibt ab der Installation der Anlage für 20 Jahre garantiert gleich.

Die Einspeisevergütung ist eine Förderung. Ihre Höhe wurde also politisch bestimmt und orientiert sich nicht an Marktpreisen. In den 2000er-Jahren war diese Förderung bewusst sehr hoch (z. T. über 50 Cent/kWh), um den Kauf der Anlage möglichst attraktiv zu machen und Käufer zu überzeugen, dass sie ihre Anlage durch die Einspeisevergütung refinanzieren könnten. Zu dieser Zeit waren PV-Anlagen deutlich teurer als heute. Das ist auch ein Grund, weshalb die Vergütung heute niedriger ausfällt: Die Anlagen sind günstiger geworden und lassen sich dadurch schneller refinanzieren. Es ist heutzutage fast schon möglich, allein mit den marktüblichen Preisen an der Strombörse eine PV-Anlage zu refinanzieren. Deshalb möchte die Bundesregierung die Subvention schrittweise auslaufen lassen.

Der Strompreis für Haushalte setzt sich aber ganz anders zusammen und wird hauptsächlich durch den Markt bestimmt. Sie bezahlen nicht nur für die Erzeugung und Beschaffung des Stroms, sondern auch Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte. Dabei macht der Einkaufspreis des Stroms nicht einmal annähernd den größten Anteil aus:

Das bedeutet: Wenn Sie 30 bis 40 Cent pro Kilowattstunde für den Strom aus der Steckdose zahlen, bleiben beim Energieversorger in der Regel nur 10 bis 12 Cent für Einkauf, Risiko durch Preisschwankungen und Gewinn. Die Differenz zur Einspeisevergütung entsteht also nicht etwa durch eine riesige Marge, sondern durch die vielen zusätzlichen Kosten, die beim Stromverkauf anfallen – welche Sie als einspeisende Partei aber nicht tragen müssen.

Außerdem bekommen Besitzer einer Solaranlage die Einspeisevergütung immer, ganz unabhängig davon, ob sie diesen Preis auch an der Strombörse bekommen würden. Die Preise im Großhandel schwanken stattdessen, je nachdem, wie viel Strom gerade zur Verfügung steht und wie teuer es ist, ihn zu erzeugen. Die Erzeugung von erneuerbarem Strom ist günstiger als die Erzeugung von Strom aus Gas oder Kohle.

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