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„Urwampe“

Warum haben Katzen häufig einen hängenden Bauch?


Aktualisiert am 03.10.2025 – 07:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Ägyptische Mau mit einem Fettpolster am Bauch: Die Katzenrasse ist für den ausgeprägten Hängebauch bekannt. (Quelle: nature picture/getty-images-bilder)

Ihre Katze ist schlank und fit, aber der Bauch hängt? Dann ist sie vermutlich nicht übergewichtig. Was hinter der „Urwampe“ steckt und wozu sie da ist.

Haben Sie schon einmal beobachtet, wie der Bauch einer Katze beim Rennen hin und her schwingt? Viele Menschen vermuten bei diesen Tieren Übergewicht als Ursache für das kleine Fettpolster am hinteren Teil des Bauches. Das trifft jedoch nicht auf alle Katzen zu. Denn auch normal gewichtige Samtpfoten können solch einen hängenden Bauch haben. In diesem Fall handelt es sich um ein evolutionsbedingtes Merkmal, das im Englischen als „primordal pouch“ – auf Deutsch „Urbeutel“ oder „Urwampe“ – bezeichnet wird. Aber warum haben Katzen das?

Auch wenn der wabbelnde Bauch eher unpraktisch aussieht, hat er verschiedenen Quellen zufolge eine wichtige Funktion: die inneren Organe an der empfindlichsten Stelle des Körpers zu schützen. Zwar müssen sich domestizierte Katzen hierzulande nicht mehr vor allzu vielen Fressfeinden oder Rivalen verteidigen. Die urtypische Schutzschicht am Bauch ist bei vielen Hauskatzen trotzdem geblieben.

Eine weitere Theorie besagt, dass der Hautlappen den Katzen mehr Flexibilität beim Springen gibt. So haben Sie mehr Spielraum, wenn Sie sich bei langen Sprüngen weit ausstrecken.

Ein Blick auf die entfernten Verwandten zeigt außerdem: Raubkatzen haben ebenfalls das Fettpolster am Bauch. Es wird daher vermutet, dass der Hautlappen für in der Wildnis lebende Tiere zusätzlichen Stauraum bei besonders großen Mahlzeiten bietet. Denn im Gegensatz zu unseren Hauskatzen haben Tiger oder Löwen keine geregelten Mahlzeiten, sondern müssen sich nach erlegter Beute einen Vorratsbauch anfressen.

Die „Urwampe“ ist also vermutlich ein Überbleibsel aus der wilden Vergangenheit unserer Stubentiger. Deshalb ist sie bei allen Katzen unterschiedlich stark ausgeprägt.

Laut Schätzungen ist in Deutschland etwa jedes zweite Haustier zu dick. Deshalb sollten Sie sichergehen, dass Ihre Katze nicht an Übergewicht oder einer Krankheit leidet, sondern nur etwas überschüssige Haut am Bauch hat. Achten Sie darauf, dass Ihre Katze agil und fit ist sowie optisch eher schlank wirkt. Wenn Sie von oben auf Ihre Katze schauen, sollten Sie die Taille sehen können. Je nach Rasse kann auch die Felllänge und -dichte sowie die Körpergröße den Eindruck erwecken, die Katze sei zu dick.

Im Gegensatz zu einem übergewichtigen Körper fühlt sich die „Urwampe“ übrigens eher an wie ein halb leerer Wasserballon.

Im Zweifel sollten Sie Ihre Katze wiegen oder von einem Tierarzt beurteilen lassen, denn Übergewicht kann die Lebenserwartung von Tieren deutlich verkürzen. Auch bestimmte Krankheiten oder Parasitenbefall können für einen dicken Bauch verantwortlich sein.

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