Oktober 23, 2026 3:37 p.m. CEST

Mitunter lebensbedrohlich

Phlegmone der Augenhöhle: Was die Infektion so gefährlich macht


Aktualisiert am 23.10.2026 – 11:24 UhrLesedauer: 3 Min.

Frau hat Probleme mit dem rechten Auge (Symbolbild): Eine Phlegmone am Auge ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. (Quelle: GizemBDR/getty-images-bilder)

Eine bakterielle Infektion der Augenhöhle ist ein Notfall. Wie sie entsteht und welche Folgen ohne frühzeitige Behandlung drohen, lesen Sie hier.

Wenn Bakterien tief in Weichteile eindringen und eine eitrige Entzündung hervorrufen, sprechen Fachleute von einer Phlegmone. Häufiger entwickelt sie sich zum Beispiel am Fuß, am Unterschenkel oder im Gesicht.

Aber auch im Bereich der Augen kann sich eine Phlegmone bilden, etwa am Augenlid. Oder – deutlich seltener – in der Augenhöhle (Orbita): Dann handelt es sich um eine sogenannte Orbitaphlegmone (auch Orbitalphlegmone). Fast immer entsteht sie als Komplikation einer Nasennebenhöhlenentzündung.

Eine Orbitaphlegmone kann schwere Folgen haben. Die Entzündung gefährdet nicht nur das Augenlicht, sie kann auch lebensbedrohlich sein. Daher muss eine Phlegmone der Augenhöhle ohne Verzögerung behandelt werden.

Wie entsteht eine Phlegmone der Augenhöhle?

Bei einer Orbitaphlegmone handelt es sich um eine tiefe und sich diffus ausbreitende Entzündung der kompletten Augenhöhle. Die Augenhöhle ist der knöcherne Bereich, in dem sich das Auge und seine Anhangsorgane umgeben von Fettgewebe befinden.

Auslöser einer Phlegmone am Auge sind Bakterien, hauptsächlich Staphylokokken und Streptokokken. Auch Mischinfektionen, an denen verschiedene Erreger (manchmal auch Pilze) beteiligt sind, kommen vor.

Ursache: Meist Nasennebenhöhlenentzündung

Die Erreger gelangen in neun von zehn Fällen im Zuge einer Nasennebenhöhlenentzündung in die Augenhöhle. Denn die Nasennebenhöhlen grenzen direkt an die Augenhöhlen und sind nur durch sehr dünne knöcherne Wände voneinander getrennt. Wenn sich eine Infektion der Nasennebenhöhlen ausbreitet, kann sie daher leicht auf die Augenhöhle übergehen. Das gilt insbesondere, wenn sich der Entzündungsherd in der Nähe der sogenannten Siebbeinzellen zwischen Augen- und Nasenhöhle befindet.

Gut zu wissen

Kinder und Jugendliche entwickeln deutlich häufiger eine Phlegmone am Auge als Erwachsene. Denn zum einen ist bei ihnen die knöcherne Begrenzung zwischen Nasennebenhöhlen und Augenhöhlen durchlässiger, sodass sich eine Entzündung leichter ausbreiten kann. Zum anderen kommt bei ihnen eine Nasennebenhöhlenentzündung öfter vor.

Auch Infektionen anderer Regionen, die sich nahe der Augenhöhle befinden, können eine Orbitaphlegmone hervorrufen. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel:

  • bakterielle Infektionen des Tränensacks
  • Phlegmone im Bereich des Augenlids und/oder des Gesichts
  • Zahnentzündungen
  • Verletzungen der Augenhöhle
  • Operationen in der Nähe der Augenhöhle
  • selten: Infektionen, die den ganzen Körper betreffen (etwa eine Blutvergiftung)

Bei diesen Symptomen rasch reagieren

Eine Phlegmone der Augenhöhle ruft heftige Beschwerden hervor. Diese setzen in der Regel plötzlich ein und betreffen nur ein Auge. Mögliche Symptome sind:

  • Hervortreten des Augapfels, da der Druck im Inneren der Augenhöhle steigt
  • eingeschränkte Beweglichkeit des Auges
  • schmerzhafte Augenbewegungen mit Doppelbildern
  • starke Schwellung, Rötung und Überwärmung des Lids und der Bindehaut
  • starke Schmerzen
  • eventuell Minderung der Sehkraft bis hin zum Sehverlust
  • Krankheitsgefühl
  • Fieber
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