Pflegende Angehörige
Rentenkürzung: Warken deutet Kehrtwende an
Aktualisiert am 22.06.2026 – 11:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Pflegende Angehörige sollen künftig weniger Rente bekommen – so sieht es die Pflegereform vor. Doch nun signalisiert Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ein Einlenken.
Gesundheitsministerin Nina Warken hat angedeutet, dass es bei der Reform der gesetzlichen Krankenkassen noch zur Änderung an der umstrittenen Kürzung der Rentenversicherungsbeiträge von pflegenden Angehörigen kommen könnte. „Wir setzen da jetzt an verschiedenen Stellen an, es wird sicherlich auch noch Diskussionsbedarf geben, ob man da Änderungen vornehmen muss“, sagte die CDU-Politikerin am Sonntag am Tag der offenen Tür der Bundesregierung in Berlin. Dies gelte gerade beim Thema Rentenversicherungsbeiträge.
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Die Pflegekasse ermittelt die Rentenbeiträge auf Basis eines gesetzlich festgelegten, fiktiven Einkommens. Hier sieht ihr Gesetzesvorschlag für die Reform der Pflegeversicherung vor, dieses fiktive Einkommen um 30 Prozent zu senken – entsprechend sinkt dadurch auch die zu erwartende Rente.
Kritik von vielen Seiten
Daran gab es parteiübergreifend Kritik, weil es die Pflegekosten insgesamt reduziert, wenn Angehörige selbst die Pflege zu Hause übernehmen. Dafür steigen sie oft von Voll- auf Teilzeit um, zahlen deshalb weniger in die Rentenkasse ein und müssen Einbußen bei der Rente in Kauf nehmen. Um das teilweise auszugleichen, zahlt die Pflegekasse bisher Rentenversicherungsbeiträge für die Pflegetätigkeit.
Warken verwies auf das übergeordnete Ziel, unbedingt die milliardenschwere Lücke in der Pflegeversicherung durch eine ganze Reihe von Maßnahmen zu schließen, weil sonst die Beiträge stark steigen würden. Die Kürzung der Beiträge zur Rentenversicherung sei dabei „keine gute Maßnahme“, räumte sie ein. „Wir sind sicherlich noch in den nächsten Tagen und Wochen in der Diskussion, ob es auch noch andere Möglichkeiten, andere Lösungen gibt.“
