Oktober 2, 2026 2:52 p.m. CEST

Schon zum vierten Mal

Warenhauskette Galeria stellt Insolvenzantrag

Aktualisiert am 02.10.2026 – 11:46 UhrLesedauer: 3 Min.

Galeria-Filiale in Berlin: Das Warenhaus kommt nicht aus der Problemzone. (Quelle: Jörg Carstensen/dpa)

Die bislang letzte Insolvenz liegt erst gut zweieinhalb Jahre zurück. Nun ist die Warenhauskette Galeria schon wieder in finanzielle Not geraten.

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen, teilte das Unternehmen mit.

Der Antrag schaffe den rechtlichen Rahmen, um die aktuelle Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen, erklärte Galeria in einer Mitteilung. Zu den Hintergründen machte der Warenhausbetreiber auf Nachfrage zunächst keine weiteren Angaben. Ob und welche Standorte schließen müssen, ist offen. Die rund 12.000 Beschäftigten wurden am Freitagvormittag informiert und müssen nun um ihre Arbeitsplätze bangen.

Ob sie Insolvenzgeld erhalten, ist unklar. Das Amtsgericht Essen hat die Planüberwachung für Galeria nach der bislang letzten Insolvenz bislang nicht aufgehoben. Im Juni hatte ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit gesagt: „Befindet sich ein Unternehmen weiterhin in der Planüberwachung, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass nicht erneut Insolvenzgeld gezahlt werden kann.“

Der Gesamtbetriebsrat von Galeria wollte sich zunächst nicht äußern. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zuallererst unsere Belegschaft im Blick haben“, hieß es auf Anfrage der dpa.

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Neue Eigentümer seit 2024

Für Galeria ist es nach 2020, 2022 und 2024 der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Zahlreiche Filialen wurden infolge der zurückliegenden Verfahren geschlossen. Die Gläubiger verzichteten auf Milliardenforderungen, um der Warenhauskette den Weg aus der Krise zu ermöglichen.

Vor gut zweieinhalb Jahren hatte das Unternehmen, damals noch unter dem Namen Galeria Karstadt Kaufhof, den bislang letzten Antrag gestellt. Vorausgegangen war die Schieflage des damaligen Mutterkonzerns Signa.

Im Zuge der Insolvenz mussten damals neun der 92 Warenhäuser schließen. Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Die Namen Kaufhof und Karstadt verschwanden aus dem Firmennamen. Galeria verlegte den Sitz von Essen nach Düsseldorf.

Bernd Beetz zählt seit zwei Jahren zu den Eigentümern von Galeria. (Archivbild) (Quelle: Fabian Strauch/dpa)

Vermieter beklagten ausbleibende Mietzahlungen

Knapp zwei Jahre später geriet die Kette erneut in die Negativschlagzeilen. Im April 2026 beklagten mehrere Vermieter ausbleibende Mietzahlungen. Die Geschäftsführung verwies auf Liquiditätsschwankungen und räumte ein, Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben.

Erst im Juni erhielt die Warenhauskette eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro. Das Geld dient unter anderem dazu, einen laufenden Kredit abzulösen und offene Mietzahlungen zu begleichen. Die Kreditlinie stellt die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereit. Sie ist durch die Ware von Galeria abgesichert und an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan geknüpft, der weitere Schließungen vorsieht.

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