September 8, 2026 6:24 p.m. CEST

ZDF-Schauspieler Daniel Morgenroth

„Dann wäre für mich der Zeitpunkt zu gehen“


Aktualisiert am 08.09.2026 – 16:53 UhrLesedauer: 3 Min.

Daniel Morgenroth: Der Schauspieler wohnt in der Nähe von Berlin.

Daniel Morgenroth: Der Schauspieler wohnt in der Nähe von Berlin. (Quelle: Florian Boillot / imago)

Mit dem „Traumschiff“ bereist er die Welt. Im Interview mit t-online spricht Daniel Morgenroth über Lieblingsorte und die Frage, wann Auswandern zur Option wird.

Seine erste „Traumschiff“-Reise ging im April 2019 nach Sambia, seitdem gehört Daniel Morgenroth als Martin Grimm fest zur Crew. Damals schipperte der ZDF-Dampfer nach dem Abgang von Sascha Hehn noch ohne Kapitän über die Weltmeere. „Als Staff-Kapitän bin ich qualifiziert dafür, das Schiff zu übernehmen“, sagte Morgenroth, während er zum ersten Mal für die Zuschauer auf der „Traumschiff“-Bildfläche erschien.

Seitdem ist er mehrmals im Jahr für das ZDF-Format unterwegs. Mal geht es nach Kolumbien, dann nach Schweden oder auf die Seychellen. Von Januar bis Juni ist Daniel Morgenroth für die Dreharbeiten oft monatelang auf Reisen. Die Ferne gehört für ihn zum Beruf. Doch könnte sie auch zu seinem neuen zu Hause werden?

Morgenroth wuchs in der DDR auf

Es gibt Umstände, bei denen der Schauspieler Konsequenzen ziehen würde. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, sein Heimatland irgendwann einmal zu verlassen, antwortet der „Traumschiff“-Star im Interview mit t-online: „Ja. Wenn in Deutschland irgendwann eine Situation entstehen sollte, die mich allzu sehr an die DDR erinnert, dann wäre für mich vermutlich der Zeitpunkt gekommen zu gehen.“

Ein Satz, der gerade jetzt besondere Aufmerksamkeit erhält. Am Sonntag fand in Sachsen-Anhalt die Landtagswahl statt. Die AfD wurde mit 43,8 Prozent der Stimmen mit großem Abstand stärkste Kraft. Für die Partei war es das bislang stärkste Ergebnis bei einer Landtagswahl.

Daniel Morgenroth wohnt mit seiner Familie in Schorfheide in Brandenburg. (Quelle: imago)

Ob Morgenroth bei seiner Aussage auch die aktuellen politischen Entwicklungen im Kopf hat, lässt er offen. Die DDR jedenfalls ist für ihn keine ferne Vergangenheit, sondern Teil seiner eigenen Geschichte.

Morgenroth wurde 1964 in Ost-Berlin geboren. Schon als Jugendlicher stand für ihn fest, dass er die DDR eines Tages verlassen wollte. Auch mit dem System selbst geriet er früh in Konflikt: 1982 verweigerte der damals 18-Jährige den Wehrdienst mit der Waffe und leistete stattdessen 18 Monate Dienst als Bausoldat. Die Entscheidung hatte Folgen. Seinen bereits zugesagten Studienplatz an der Schauspielschule Ernst Busch verlor er zunächst. Ein Jahr lang kämpfte Morgenroth mit Eingaben bis hinauf in den Staatsrat – schließlich bekam er den Platz zurück.

„Darauf kann man auch ganz gut verzichten“

In der DDR wuchs Morgenroth auf, später lernte er andere Teile der Welt kennen. Vor allem Alaska zählt zu seinen Lieblingsorten. Dort habe er in den vergangenen Jahren „zusammengerechnet mehr als ein Jahr“ verbracht, erzählt der 62-Jährige. „Dorthin zieht es mich immer wieder.“

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