August 17, 2026 10:28 p.m. CEST

Nach Belästigungsvorwürfen

Grünen-Fraktionschefin in MV Oehlrich tritt zurück

Aktualisiert am 17.08.2026 – 20:02 UhrLesedauer: 2 Min.

Constanze Oehlrich (Archivbild): Die Grünen-Politikerin ist von ihrem Posten zurückgetreten. (Quelle: Jens Büttner)

Seit mehr als zwei Jahren war Constanze Oehlrich Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion. Kurz vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern tritt sie nun zurück.

Rund einen Monat vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist die Grünen-Fraktionsvorsitzende Constanze Oehlrich zurückgetreten. Das teilte die Fraktion in Schwerin mit. Dem Rücktritt waren Vorwürfe des Machtmissbrauchs und der verbalen Belästigung vorausgegangen.

Gegen Oehlrich gab es bereits im vergangenen Jahr die Beschwerde eines Mitarbeiters nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Laut übereinstimmenden Medienberichten ging es um den Vorwurf des Machtmissbrauchs. Demnach soll Oehlrich jahrelang einen Mitarbeiter verbal sexuell belästigt haben. Sie habe dem zwölf Jahre jüngeren Mitarbeiter schon 2022 ihre Liebe gestanden und ihm danach jahrelang verbal Avancen gemacht.

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Eine Anwaltskanzlei prüfte den Fall, die Juristen konnten weder einen Verstoß gegen das Gesetz noch ein fehlerhaftes Führungsverhalten feststellen, wie die Fraktion im vergangenen Jahr mitgeteilt hatte. Details wurden nicht bekannt gegeben.

Ex-Spitzenkandidatin: Vorwürfe führten „zu anhaltender persönlicher Belastung“

„Die gegen mich erhobenen Vorwürfe sind bereits in einem unabhängigen Verfahren geprüft und als unbegründet zurückgewiesen worden. Ein wiederholtes öffentliches Vorbringen bereits entkräfteter Vorwürfe schafft keinen neuen Sachstand, führt aber zu einer anhaltenden persönlichen Belastung“, wurde Oehlrich in einer Mitteilung der Fraktion zitiert. Sie betonte, sie bleibe bei der bisherigen Darstellung und Bewertung des Sachverhalts. „Dieser Schritt ist ausdrücklich keine Bestätigung der gegen mich erhobenen Vorwürfe.“

Oehlrich wurde im April 2024 zur Vorsitzenden gewählt und war ursprünglich als Grünen-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 20. September nominiert worden. Nach parteiinternen Auseinandersetzungen wurde die Landesliste neu gewählt, Claudia Müller übernahm die Spitzenkandidatur.

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