August 10, 2026 12:42 p.m. CEST

Vom Acker bis zur Feuerwehr

Der Alleskönner wird 80


09.08.2026 – 07:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Unbeeindruckt durch Schnee und Matsch: Der Unimog gehört in verschiedenen Formen seit Jahrzehnten zum Straßenbild. (Quelle: Daimler Truck)

Vor 80 Jahren begann die Geschichte des Unimog. Heute räumt er Schnee, bekämpft Waldbrände und fährt dort weiter, wo andere Fahrzeuge aufgeben.

Es gibt Autos, die altern zu Oldtimern. Und es gibt Fahrzeuge, die einfach mit dem weitermachen, für das sie gebaut wurden: der Unimog zum Beispiel. Viele Exemplare, die vor Jahrzehnten produziert wurden, stehen nicht im Museum, sondern sind noch immer im Einsatz.

Als die ersten Ideen für den Unimog kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, benötigte Deutschland Lebensmittel, Maschinen und Transportmöglichkeiten. Gesucht war ein Fahrzeug, das pflügen, säen und Lasten transportieren konnte, auf der Straße aber schneller war als ein Traktor.

  • Sondermodell zum Jubiläum: Mercedes schuf ein Luxus-Monster
Erntehelfer mit 25 PS: Die halbautomatische Kartoffel-Pflanzmaschine war ein Anbaugerät aus den Anfangsjahren des Unimog. (Quelle: Daimler Truck)

Der frühere Daimler-Benz-Ingenieur Albert Friedrich formulierte seine Idee für ein passendes Fahrzeug bereits 1945. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Mitarbeiter Heinrich Rößler entwickelte er ein Fahrzeug, das mit den damaligen Ackerschleppern wenig gemeinsam hatte. 1946 fuhr der erste Prototyp im Umland von Schwäbisch Gmünd. Vier gleich große Räder, 25 PS, Allradantrieb, eine Ladefläche und Anschlüsse für Arbeitsgeräte gehörten von Anfang an dazu, ein Fahrerhaus nicht. Stattdessen gab es ein Verdeck und eine klappbare Scheibe. Die Spurweite war speziell auf den Einsatz abgestimmt: 1,27 Meter – dazwischen passen zwei Kartoffelreihen. Auch der Name war schlicht: Unimog steht für Universal-Motor-Gerät.

Von Boehringer zu Daimler-Benz

1949 wurde das erste Serienexemplar ausgeliefert, die lange Vorbestellungsliste zählte 150 Exemplare. Gebaut wurde der Unimog zunächst beim Maschinenbauer Boehringer in Göppingen. Als die Nachfrage stieg und das Unternehmen an seine Grenzen kam, übernahm Daimler-Benz 1950 das Projekt. 1951 zog die Produktion nach Gaggenau, seit 2002 wird der Unimog im Lkw-Werk Wörth gebaut.

Vorher nur offen: Ab 1953 konnten Kunden beim Unimog 401/402 auch ein geschlossenes Fahrerhaus wählen. (Quelle: Daimler AG/dpa)

Mittlerweile ist der Unimog vornehmlich nicht mehr auf Äckern anzutreffen. Heute begegnet man ihm auf Bauhöfen, im Forst, in Weinbergen, bei Feuerwehren oder auf Schienen. Mal schiebt er Schnee, mal mäht er Straßenränder. Er rangiert Güterwagen, zieht Anhänger durch den Wald oder bringt Einsatzkräfte dorthin, wo es keine befestigten Straßen mehr gibt. Statt der ursprünglichen 50 km/h ist er mittlerweile bis zu 89 km/h schnell. Im Laufe der Jahrzehnte entstanden neue Baureihen, die unterschiedliche Bedürfnisse abdecken.

Aktie.
Die mobile Version verlassen