„Bevormundungen braucht man im Urlaub nicht“
Touristen wettern gegen Spaniens Rauchverbot
16.09.2025 – 13:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Kein Qualm mehr auf Terrassen von Restaurants, in Sportstadien und am Pool. Das sehen Spaniens neue Regelungen vor. Touristen sind alles andere als begeistert.
Spaniens Regierung hat in der vergangenen Woche ein neues Anti-Tabak-Gesetz auf den Weg gebracht. Geplant ist künftig ein Rauchverbot an vielen Orten unter freiem Himmel. Dazu gehören gastronomische Terrassen, Außenpools von Hotels und Ferienanlagen, Fußballstadien oder Bus- und Bahnhaltestellen. Die neuen Regelungen gelten auch für E-Zigaretten und Tabakerhitzer.
Während Gesundheitsverbänden die Maßnahmen noch nicht weit genug gehen, kommt Kritik aus der Gastronomie. Sie fürchtet finanzielle Einbußen. Und auch viele Urlauber wettern gegen die Anti-Rauchregeln. Sie sehen ihre entspannte Auszeit in Gefahr und drohen sogar damit, nicht mehr nach Spanien reisen zu wollen.
Auf der Facebook-Seite der „Mallorca Revue“ schreibt eine deutsche Leserin: „Dann muss ich leider die Insel für mich verabschieden … lasse mir nicht vorschreiben, wo ich zu rauchen habe.“ Eine andere findet: „Einfach woanders hinfahren. Bevormundungen braucht man im Urlaub nicht, da will man entspannen. Aber später nicht wieder ‚SOS Turismo‘ weinen, wenn keine Leute mehr kommen. Das hatten wir schon mal.“
Ein anderer Leser merkt an: „Immer diese sinnlosen Erziehungsmaßnahmen. Furchtbar. Aber mit Freude bei den Stierkämpfen dabei sein.“ Und: „Werde mir überlegen, noch mal nach Mallorca zu reisen. Wäre ewig schade.“
Aber es gibt auch verständnisvolle Stimmen: „An Stränden ein Rauchverbot, das kann ich nachvollziehen, da die Stummel ewig brauchen, bis sie von der Natur abgebaut werden.“ Eine andere Frau stimmt ein: „Ich bin seit etwas mehr als 8 Jahren Nichtraucher und finde ein Rauchverbot am Strand gut.“
Auch auf den Social-Media-Seiten anderer lokaler Mallorca-Medien gibt es Kommentare zum Thema. Auf der Instagram-Seite der „Mallorca Zeitung“ schreibt ein Nutzer: „Das beeinflusst meine Urlaubsplanung schon negativ.“ Ein anderer findet: „Ich lasse es mir nicht verbieten von da oben. Die rauchen doch selber, die Politiker.“
Bereits seit 2005 gilt in Spanien ein striktes Rauchverbot für Arbeitsstätten, öffentliche Gebäude und Transportmittel. Mit der neuen Reform wird die Liste der rauchfreien Zonen nun aber deutlich erweitert. Spanien folgt damit den Empfehlungen der EU und internationalen Erfahrungen. Auch in Frankreich drohen seit Kurzem hohe Strafen für Rauchen am Strand und im öffentlichen Raum.
Die spanische Gesundheitsministerin Mónica García betont die Bedeutung der Reform. „Jeder Raum, den wir dem Rauch abringen, ist ein Raum, den wir der Gesundheit und dem Leben zurückgeben“, sagte sie.
