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Saxofon-Legende Wayne Shorter ist tot

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Er spielte mit den Jazzgrößen Miles Davis und Freddie Hubbard, entwickelte das Genre Fusion-Jazz mit und räumte in seiner langen Karriere zwölf Grammys ab: Mit 89 Jahren ist der Komponist und begnadete Saxofonist Wayne Shorter in Los Angeles gestorben. Für sein Talent bekam er viele Spitznamen.

Er gilt als einer der größten Jazzmusiker der Geschichte, spielte mit Miles Davis und in der Fusion-Band Weather Report und komponierte einige Jazzklassiker: Im Alter von 89 Jahren ist die Saxofon-Legende Wayne Shorter gestorben. Der zwölffache Grammy-Gewinner starb in Los Angeles, wie seine Agentin Alisse Kingsley bestätigte. Angaben zur Todesursache machte Kingsley bisher nicht. Der Jazztromper Wynton Marsalis würdigte ihn als einer der “Giganten des Saxofons”.

Shorter spielte im Verlauf seiner langen Karriere mit Jazzgrößen wie Miles Davis, Art Blakey, Freddie Hubbard und Herbie Hancock. Der Tenor- und Sopransaxofonist entwickelte sich dabei stets weiter und spielte über die Jahrzehnte Bebop, Hard-Bop, Free Jazz, Jazz-Rock und Fusion – Jazzstile, deren Entwicklung er teilweise mit vorantrieb.

Shorter wurde am 25. August 1933 in Newark im US-Bundesstaat New Jersey geboren. Er begann als Jugendlicher Klarinette zu spielen und wechselte dann zum Saxofon. Schon in seiner High-School-Band wurde er als “Wunderknabe des Jazz” gefeiert. Viele seiner Freunde nannten ihn “Wayne the Brain” (auf Deutsch etwa: Wayne, das Genie), weil er aus allem und jedem Ideen zu schöpfen und sie mit seinen Gedanken zu fantasievollen Interpretationen zu verbinden schien. Mit seinem Bruder Alan trat er als “Mr Weird” und “Doc Strange” auf, unter anderem, weil die beiden Bebop-Musiker in dunklen Jazzclubs Sonnenbrillen trugen.

Kombinierte Jazz mit Rock, Funk und R&B

Nach seinem Musikstudium an der New York University verbrachte Shorter zwei Jahre in der US-Armee, wo er mit dem bekannten Jazzpianisten Horace Silver zusammenspielte. Später schloss er sich der Hard-Bop-Band Jazz Messengers des Schlagzeugers Art Blakey an, bevor er 1964 Teil des berühmten zweiten Quintetts von Trompeter Miles Davis mit dem Pianisten Herbie Hancock, dem Bassisten Ron Carter und dem Schlagzeuger Tony Williams wurde. Die Band ließ Elemente des Free Jazz in ihre Stücke einfließen, ohne aber komplett auf formale Strukturen zu verzichten. Shorter war auch als Komponist aktiv und schuf Jazzklassiker wie “E.S.P.” und “Footprints”.

1970 war Shorter dann zusammen mit dem österreichischen Jazz-Pianisten Joe Zawinul einer der Mitgründer von Weather Report, einer für ihre Zeit stilprägenden Band. Die Musiker kombinierten Jazz mit Rock, Funk und R&B und experimentierten auch mit elektronischen Elementen. Zu den größten Erfolgen der Gruppe gehören “Birdland” und “Mercy, Mercy, Mercy”. Der Musiker habe “die Farbe und Konturen des modernen Jazz geformt, als einer seiner am intensivsten bewunderten Komponisten”, schrieb die “New York Times”.

Im Verlauf seiner Karriere spielte Shorter auch mit Joni Mitchell, Steely Dan und Carlos Santana zusammen und erreichte damit ein noch größeres Publikum. Der Saxofonist blieb bis ins hohe Alter aktiv, hatte zunehmend aber auch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Zusammen mit der Bassistin Esperanza Spalding schrieb er die Oper “Iphigenia”, die 2021 Premiere hatte.

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