Aktuelle Deutschland Nachrichten

Rider heißt jetzt Mix

0 10

Mächtig was los in der linksautonomen Szene Hamburgs. Falkes Kollegin Grosz ermittelt verdeckt und gerät dabei voll zwischen die Fronten. „Schattenleben“ ist nach dem „Inclusion Rider“ besetzt, übertreibt es bei aller gebotenen Diversität jedoch ein wenig mit der Verschlagwortung.

Was passiert?

Ela Erol (Elisabeth Hofmann) ist als verdeckte Ermittlerin in der linken Szene Hamburgs im Einsatz. Sie wohnt in einer radikal-feministischen WG, führt dort eine Beziehung mit Nana (Gina Haller), als sie sich plötzlich an Julia Grosz (Franziska Weisz) wendet. Vor einigen Jahren standen die beiden einander nah, auf eine leidenschaftliche Liaison folgte die tränenreiche Trennung. Ela Erol wollte damals mehr, als Julia zu geben bereit war. Sie spricht jetzt von Bedrohung und Ängsten, fühlt sich verfolgt. Kurze Zeit später ist Ela spurlos verschwunden.

Torsten Falke (Wotan Wilke Möhring) hat es derweil mit einer Serie von Brandanschlägen zu tun, bei der auffallend häufig die Häuser von Polizeibeamten im Fokus stehen. Während Falke Verstärkung bekommt und sich über das Wiedersehen mit dem Kollegen Thomas Okonjo (Jonathan Kwesi Aikins) freuen kann, taucht Grosz in die Szene ab, zieht in Elas WG und versucht dort, dem rätselhaften Verschwinden ihrer Ex auf die Spur zu kommen. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass beide Ermittlungen direkt miteinander in Zusammenhang stehen. Während es für Falke und Okonjo auf einen internen Konflikt hinausläuft, wird es auch für Grosz brenzlig. Bald verschwimmen die Grenzen zwischen Dienst und Privatinteresse.

Worum geht es wirklich?

Regisseurin Mia Spengler (M.) hat sich für mehr Diversität im „Tatort“ starkgemacht.

(Foto: picture alliance / eventpress/mp)

Rider heißt jetzt Mix: Im „Tatort: Schattenleben“ vom NDR und der Wüste Medien GmbH kommt erstmalig der sogenannte „Inclusion Rider“ zum Einsatz, um für die richtige Mischung am Set zu sorgen. Regisseurin Mia Spengler hatte den Stein ins Rollen gebracht: „Ich habe tatsächlich gesagt, wir arbeiten jetzt mit dem ‚Inclusion Rider‘ oder ich bin nicht dabei. Ich hatte einfach einen Punkt erreicht, an dem ich die fehlende Diversität nicht länger hinnehmen wollte.“ Das Konzept stammt aus Hollywood, hat dort seit Mitte der 10er-Jahre mehr und mehr Fürsprecher und Anwender gefunden, das Ziel ist eine möglichst vielfältige Besetzung von Stab und Cast.

Wegzapp-Moment?

Ohne zu arg zu spoilern, aber wann hat man das letzte Mal eine so bräsig versteckte Leiche in einem Krimi gesehen?

Wow-Faktor?

Der „Inclusion Rider“ oder, besser gesagt, seine Anwendung als eine Art Produktions-Manual, macht aus dem Cast in der Tat ein sehenswert diverses Ensemble, dafür: WOW! Dass sich die Story dann jedoch ausgerechnet in und an verschlagworteten Szene-Milieus abarbeitet, mit ordentlich „Attacke“, „A.C.A.B.“ und „Legal, illegal, scheißegal“, mit laktosefreiem Labskaus und WG-Küchen-Romantik, schmälert das Vergnügen ein wenig.

Wie war’s?

6 von 10 Punkten – divers und engagiert, das nächste Mal vielleicht auch ein bisschen spannender und klischee-reduzierter.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind, aber Sie können sich abmelden, wenn Sie dies wünschen. Annehmen Weiterlesen

Datenschutz- und Cookie-Richtlinie