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Paul Haggis bleibt in Italien in Hausarrest

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Eigentlich ist Paul Haggis in Italien bei einem Filmfestival – er ist als Stargast eingeladen. Doch dann beschuldigt ihn eine Britin der sexuellen Nötigung. Nun steht der Regisseur unter Hausarrest. Die Richterin befürchtet, er könnte das mutmaßliche Opfer zu beeinflussen versuchen.

Der Oscar-Preisträger Paul Haggis bleibt in Italien in Hausarrest. Dem Regisseur wird von einer Frau vorgeworfen, sie in der Region Apulien im Süden des Mittelmeerlandes in der vergangenen Woche drei Tage lang sexuell genötigt zu haben. Eine Ermittlungsrichterin in der Stadt Brindisi entschied nach einer ersten Befragung des 69 Jahre alten Kanadiers, ihn in Hausarrest in einem Hotel zu belassen. Als Grund gab sie nach Angaben der Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos an, dass Haggis das mutmaßliche Opfer vor dessen Aussage sonst beeinflussen könnte. Fluchtgefahr bestehe indes nicht.

Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft vehement. „Paul Haggis hat sich wie erwartet allen Fragen gestellt, hat die Fakten dargelegt und sich erneut absolut unschuldig erklärt“, sagte Verteidiger Michele Laforgia nach der Anhörung vor Journalisten. „Das, was er mit dieser Frau in den drei gemeinsamen Tagen in Ostuni gemacht hat, geschah komplett einvernehmlich.“ Daneben äußerte der Anwalt des Kanadiers Zweifel an den Behauptungen der Ankläger, dass das mutmaßliche Opfer verletzt gewesen sei, als es zur Polizei ging.

Die Britin war von Haggis am Mittwoch zum Flughafen von Brindisi gebracht worden, wo sie laut Staatsanwaltschaft in „offensichtlich verwirrtem Zustand“ angetroffen wurde. Die Polizei brachte sie in ein Krankenhaus zur Feststellung von Verletzungen; daraufhin erstattete die 30-Jährige Anzeige. Haggis wurde nach ersten Ermittlungen am Sonntag vorläufig festgenommen und dann unter Hausarrest gestellt. Der Filmemacher habe explizit angekündigt, solange in Italien zu bleiben, bis seine Unschuld bewiesen sei, sagte Anwalt Laforgia. „Denn davon hängt sein Leben ab, hier und auch in den USA.“

Der Kanadier war eigentlich als Stargast des Filmfestes von Ostuni vorgesehen. Nachdem er am Sonntag festgesetzt worden war, teilten die Verantwortlichen laut Ansa mit, dass Haggis umgehend von allen Veranstaltungen ausgeschlossen wurde. Paul Haggis war der erste Autor, der in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Oscar für das beste Originaldrehbuch bekam – für „Million Dollar Baby“ und für „L.A. Crash“. Später schrieb Haggis unter anderem auch an den Drehbüchern für die James Bond-Verfilmungen „Casino Royale“ (2006) und „Ein Quantum Trost“ (2008) mit.

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