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Niemand ist unbeliebter als Madeleine

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Immer wieder sorgt Prinzessin Madeleine für Schlagzeilen, doch positiv sind diese nur selten. Die dreifache Mutter ist beim schwedischen Volk die unbeliebteste unter den Royals. Nun feiert sie ihren 40. Geburtstag in ihrer Wahlheimat Florida.

Eine attraktive junge Frau. Gut verheiratet, glückliche Mutter von drei Kindern, obendrein geachtet im Job – und mit einem klangvollen Titel: Ihre Königliche Hoheit Madeleine, Prinzessin von Schweden, Herzogin von Hälsingland und Gästrikland. In ihrer Wahlheimat Florida, wo man nicht erst seit Donald Trump und seiner fürstlichen Sommerresidenz Mar-a-Lago für das Pompöse sehr empfänglich ist, macht das schon ordentlich was her. Doch dort ist sie schlicht: Mrs. Madeleine O’Neill.

Es soll Menschen in der näheren Umgebung geben, die nicht ahnen, dass die nette Mrs. O’Neill eine richtige Königstochter ist: Madeleine Thérèse Amelie Josephine, so ihr vollständiger Taufname, ist nach ihren Geschwistern, der 44-jährigen Kronprinzessin Victoria und dem 43 Jahre alten Prinz Carl Philip, das Nesthäkchen des schwedischen Monarchen-Paares König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia. An diesem Freitag feiert sie ihren 40. Geburtstag.

Lieben und Feiern im Rampenlicht

Seit 2013 ist Madeleine mit dem Investmentbanker Christopher O’Neill verheiratet.

(Foto: imago images/TT)

Die Nummer acht der schwedischen Thronfolge hat es nicht immer leicht gehabt. Die schwedische Öffentlichkeit hatte offenbar ein besonderes Interesse am Privatleben der jüngsten Prinzessin des Königshauses. Aufgrund ihrer verschwenderischen Lebensweise und vielen Partys hielt man ihr kapriziöses Verhalten vor. Vor allem konservative Kreise echauffierten sich über Bilder, die offensichtlich während ihrer Studienzeit an der Stockholmer Universität entstanden sind. „Unzählige Fotos im Nachtleben der exklusiven Stockholmer Clubs zeigten die Prinzessin tanzend vor mit Drinks überfüllten Tischen. Sie war eine Lebefrau, die oft mit viel nackter Haut und ihren wechselnden Freunden, allesamt Jungs aus gutem Hause, mit feinen Anzügen und zurückgegeltem halblangen Haar, abgelichtet wurde“, berichtete die „Berliner Morgenpost“.

Bei Prinzessin Madeleine wurden hauptsächlich Äußerlichkeiten wahrgenommen und kommentiert. 2002 hatte sie sich als 20-Jährige in den attraktiven schwedischen Rechtsanwalt Jonas Claes Bergström verliebt. Als das Paar einige Monate in New York verbrachte, wurde das zunächst unter der Kategorie Jetset-Allüren verbucht. Über ihr sechsmonatiges Praktikum bei der Unicef, um sich auf ihre Tätigkeit in der von ihrer Mutter gegründeten Kinderhilfsorganisation „World Childhood Foundation“ vorzubereiten, wurde dagegen wenig berichtet.

Die Schweden sind als progressive Gesellschaft bekannt dafür, wenig von ihrer Monarchie zu halten. In einer Umfrage, in der es um die Frage ging, welcher der Royals am vertrauenswürdigsten sei, schnitt Madeleine jedoch am schlechtesten ab. Während ihre Schwester Victoria auf 54 und ihr Vater Carl XVI. Gustaf auf 10 Prozent kamen, konnte sich für Madeleine mit tatsächlich 0 Prozent niemand erwärmen.

Dramatische Entlobung und die große Liebe

Mit Bergström verlobte sie sich 2009. Die Vorbereitungen für die Hochzeit waren schon angelaufen, als der schwedische Königshof am 24. April 2010 jedoch die Auflösung der Verlobung bekannt gab. Zuvor hatte die norwegische Handballerin Tora Uppstrøm Berg in der Boulevardpresse behauptet, sie habe eine Affäre mit dem Verlobten der Prinzessin. Auf der Flucht vor dem anschließenden Medienrummel flog Madeleine wieder in die USA, um im New Yorker Büro der „Childhood“-Organisation zu arbeiten. Über Freunde lernte sie den wohlhabenden britisch-US-amerikanischen Investmentbanker Christopher O’Neill kennen und lieben.

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Die royale Familie im Jahr 1991.

(Foto: imago images/TT)

Der erinnerte sich 2015 in der norwegisch-schwedischen Talkshow „Skavlan“ an das Kennenlernen und sagte, es sei Teil seiner Arbeit, „dass ich Menschen sofort einschätzen kann. Bei Madeleine habe ich diese Augen, dieses bezaubernde Lachen gesehen. Sie ist eine sehr offene Person, sehr ehrlich, sehr zuvorkommend und sehr süß.“ Und Madeleine war sich sicher, endlich ihren Märchenprinzen gefunden zu haben. Sie schwärmte von seinem Humor, Charme, Aussehen, seiner Aufmerksamkeit und Großzügigkeit. „Er ist ein wahrer Gentleman“, sagte sie.

Erneute Verlobung und Traumhochzeit

Im Oktober 2012 wurde die Verlobung bekannt gegeben. Neun Monate später wurde im Königlichen Schloss zu Stockholm eine rauschende Hochzeit gefeiert. Die drei Kinder des Paares kamen in rascher Folge zur Welt: 2014 Tochter Leonore, 2015 Sohn Nicolas, 2018 Tochter Adrienne.

Der öffentliche Unmut übertrug sich später auch auf Chris O’Neill. Zum einen hatte er, genervt vom Rummel der Paparazzi, einigen Fotografen den Mittelfinger gezeigt, womit er als Rüpel galt. Zum anderen hatte O’Neill anlässlich der Hochzeit die schwedische Einbürgerung sowie eine Erhebung in den Hochadel mit der Ernennung zum Prinzen von Schweden abgelehnt. „Ich habe keine Lust, irgendeine Berühmtheit zu erlangen, noch habe ich davon Vorteile in meinem Beruf“, sagte er dem „King“-Magazin 2018. Als Hochadel hätte er nicht nur noch mehr repräsentative Aufgaben in Schweden übernehmen und dadurch weniger Zeit für Business in den USA gehabt. Er wäre auch Gefahr gelaufen, aufgrund von möglichen Interessenskonflikten einigen Geschäften nicht mehr nachgehen zu können.

Königshaus streicht Madeleine das Geld

Als dann die junge Familie nach Florida umzog, wo Chris O’Neill seinen Geschäften nachgeht und Madeleine Ehrenvorsitzende der „World Childhood Foundation“ ist, wuchs der Unmut der schwedischen Bevölkerung. Madeleine wurde vorgeworfen, durch den Umzug ihren repräsentativen Pflichten für Schweden nicht nachkommen zu können. Trotzdem bezog sie weiterhin ihre Apanage, eine Finanzspritze, die die Mitglieder des Königshauses jährlich erhalten und die verschiedene Kosten abdeckt. Als die Kritik immer lauter wurde, verpflichtete der König seine jüngste Tochter dazu, öfter nach Schweden zu reisen, um weiter Geld zu bekommen.

Zuletzt wurde ihre Abwesenheit am Geburtstag ihres Vaters und besonders am schwedischen Nationalfeiertag am 6. Juni kritisiert. In den beiden vergangenen Jahren hatte sie immerhin Instagram-Beiträge mit Fotos ihrer drei Kinder gepostet, die Schweden-Fähnchen in den Händen hielten. Dieses Jahr fehlten selbst diese Grußbotschaften. Auch ihren 40. Geburtstag feiert Prinzessin Madeleine in den USA, wie Hofinformationschefin Margareta Thorgren der Illustrierten „Svensk Damtidning“ mitteilte. Ihre nächste Heimreise plane sie für Ende Juni.

Wie aus dem jüngsten Jahresbericht des schwedischen Königshauses hervorgeht, wurde Madeleine die Apanage mittlerweile gänzlich gestrichen. Während ihre Eltern acht Millionen schwedische Kronen (rund 760.000 Euro) und ihre Schwester, Thronfolgerin Victoria, 4,5 Millionen Kronen (430.000 Euro) erhalten haben, taucht ihr Name in der Tabelle nicht mehr auf. Sie selbst begrüße die Entscheidung, teilte Madeleine via Instagram mit.

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