Aktuelle Deutschland Nachrichten

Johannes Oerding ist auch nur ein Mensch

0 13

Immer gut gelaunt, always down to earth und stets in der Lage, richtig derbe abzuliefern: Gastgeber Johannes Oerding bringt so schnell nichts aus der Fassung. In der letzten „Tauschkonzert“-Folge vor den Duetten ist es aber so weit. Der Hit-Garant mit Hut bekommt glasige Augen.

Nach vielen Tränen, noch mehr Gruppenumarmungen und einer nicht enden wollenden Achterbahnfahrt der Emotionen biegt die diesjährige „Tauschkonzert“-Reisegruppe ein in Richtung Zielgerade. Vor der finalen Duette-Sause darf sich auch der Host des großen Ganzen noch einmal kurz zurücklehnen. Johannes Oerding, „der leicht überforderte Klassenlehrer“, glänzt und beeindruckt stets mit einer Seelenruhe und einem tiefenentspannten Attitüde-Mix aus Coolness und Leidenschaft. Auch dann, wenn die Kollegschaft knieend ein Meer aus roten Rosen vor seinen Füßen ablegt, bleibt der gebürtige Münsteraner weitestgehend tiefenentspannt: „Wie kannst du nur immer so cool bleiben?“, will Kollege Clueso wissen.

Sie nennen ihn auch den „Kümmerer“.

(Foto: RTL / Markus Hertrich)

Der Format-Gastgeber, der von seinen Freunden gerne „der Kümmerer“ genannt wird, verweist auf seinen steinigen Werdegang und eine bodenständige Erziehung. Erst mit seinem dritten Studioalbum „Für Immer Ab Jetzt“ schaffte es der Songwriter in die nationalen Album-Top-Ten. Die vielen Jahre davor schleppte sich Johannes Oerding durch so manches tiefe Tal.

Clueso verändert alles

Der leidenschaftliche Beatles-Fan lässt sich auch am Ende seiner mittlerweile dritten „Tauschkonzert“-Performance (einmal als Kandidat, zweimal als Gastgeber) nicht in die Karten gucken – zumindest nicht bis zum Auftritt seines Kumpels Clueso, der für diesen Abend das alte Oerding-Juwel „Im Februar“ aus dem Archiv gekramt hat.

„Sing meinen Song“ im TV

„Sing meinen Song“ ist immer dienstags um 20.15 Uhr bei Vox zu sehen. Die Sendung ist außerdem auf RTL+ abrufbar.

Nach einem geschmeidigen Show-Aufgalopp mit fulminantem Bällebad-Pop (Vincent Stein und Alexis Kopplin verwandeln das zarte „Zwischen Mann und Kind“ in eine tanzbare Festival-Hymne), einem weiteren Hartholz-Brett aus dem Hause Jansen („Anfassen“) und einem mystischen Anti-Apokalypse-Statement von Lotte („Alles Okay“) sieht sich Johannes Oerding plötzlich mit dunkeln Erinnerungen konfrontiert. Der von Clueso ausgewählte Song katapultiert den Urheber zurück in der Zeit und reißt eine Narbe auf, die auch nach vielen Jahren der Aufarbeitung noch nicht ganz verheilt ist.

Und wieder fließen Tränen

Clueso rührt den Gastgeber zu Tränen - Quelle RTL Markus Hertrich.jpg

Clueso traf mit seiner Version von „Im Februar“ ins Schwarze.

(Foto: RTL / Markus Hertrich)

In dem Song verarbeitet Johannes Oerding den Unfalltod seines besten Freundes: „Das Lied habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gespielt“, seufzt der Sänger mit glasigen Augen. Die etwas aufgepeppte Version von Clueso nimmt Johannes Oerding arg mit, sodass am Ende nach dem letzten Beckenschlag die Tränen fließen. Der stets professionelle und „obercoole“ Johannes Oerding lässt seinen Gefühlen freien Lauf: „Ich danke dir für dieses große Geschenk!“, schluchzt der sichtlich aufgewühlte Sänger, während sich sein Kopf immer tiefer in den Armen seines Kollegen vergräbt.

Johannes Oerding ist auch nur ein Mensch. Die Erkenntnis, dass der ewige Fels in der Brandung nicht jeder Welle standhalten kann, macht den Gastgeber nur noch sympathischer. Der Moment des Öffnens darf aber nicht zu lange andauern. Kaum sind die Tränen getrocknet, mimt Johannes schon wieder den „Kümmerer“, der seine Zuhörer mit lustigen Geschichten über Tokio Hotel und einen stets überzeugten Produzenten namens Peter Hoffmann bei Laune hält.

Wunden lecken ist angesagt

Der Abend des Abschieds hinterlässt große Spuren bei allen Anwesenden. Mit Kelvin auf der Couch lauscht man blubbernder Melancholie („Blinder Passagier“). Elif und die Gitarre setzen dann noch einen drauf. Alle hocken andächtig vor dem Sofa und schniefen vor sich hin. „Alles Brennt“, haucht Elif ins Mikrofon. Nach dem letzten Akkord haben fast alle in der Runde rote Augen.

Die letzte „Protea Brutalis“ geht an Clueso. Verdient. Nun heißt es: Wunden lecken und die finalen Kräfte mobilisieren. Nach der letzten Einzel-Performance ist schließlich vor den Duetten. Das könnte nochmal richtig groß und emotional werden.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind, aber Sie können sich abmelden, wenn Sie dies wünschen. Annehmen Weiterlesen

Datenschutz- und Cookie-Richtlinie