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In der Hölle des Vergessens

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In Folge sechs fallen unkontrollierbare Emotionen mit der Tür ins Haus. Mittendrin im Gefühlschaos: Dagmar Wöhrl und Judith Williams. Als es um das Thema Demenz geht können die beiden Löwinnen ihre Tränen nicht mehr zurückhalten.

Der leidenschaftliche Gründer, das innovative Produkt, die verlockende Perspektive, der perfekte Pitch: Auf der Jagd nach dem ultimativen Deal sehen sich die Löwen Woche für Woche mit gängigen Suchmustern konfrontiert. Neben den standardisierten Format-Strukturen drängt sich aber auch immer mal wieder nicht Vorhersehbares ins Rampenlicht. Diesmal sorgen plötzlich aufkommende, sehr persönliche und tiefgreifende Emotionen für eine noch nie dagewesene Atmosphäre in der Löwenhöhle.

In Folge sechs geht Vieles seinen gewohnten Gang. So tütet Regale-König Ralf Dümmel beispielsweise zwei neue Deals ein. Demnächst im Angebot der hanseatischen Kollaborationsmaschine: ein Nasenrasierer („SilkslidePro“) „mit dem man ohne Batterie im Handumdrehen sanft, sicher und gründlich die Nasenhaare entfernen kann“ und ein Katzenhaus-Baukasten („Catrub“), der individuell anpassbar und „multifunktional“ für Freude in jedem Katzenhaushalt sorgen soll.

Nico Rosberg und Judith Williams trimmen sich – mal mehr, mal weniger diskret – die Nasenhaare.

(Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer)

Auch Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl haben Grund zum Jubeln. Gemeinsam mit den beiden Studi-Nerds und Tech-Tüftlern Genia Lewitzki und Chuong Nguyen aus Essen („Campus Held“) gehen die Löwen eine zukunftsweisende Campus-Revolution an. Satte 600.000 Euro stecken die beiden Investoren in eine beeindruckende und faszinierende Kommunikations-App für Studenten.

„Eine witzige Idee, aber auch nicht mehr“

Neben vielen glücklichen Gründern gibt es aber natürlich auch wieder einige enttäuschte Tüftler. Diesmal auf der Verliererseite stehen die beiden „MEMOBILD“-Verantwortlichen Hakan und Melike Zirek. Die Hamburger haben Erinnerungsbilder mit im Gepäck, die ausgestattet mit persönlichen Audiospuren dafür sorgen sollen, dass weder das feierliche gegeben „Ja-Wort“ noch das erste Gebrabbel vom Nachwuchs in Vergessenheit gerät. „Eine witzige Idee, aber irgendwie auch nicht mehr“, bringt es Löwin Wöhrl stellvertretend für alle anwesenden Investoren auf den Punkt.

Mit dem Eintritt von TV-Hundetrainer Martin Rütter und den „Ichó“-Gründern Steffen Preuß, Mario Kascholke, Alkje Stuhlmann und Eleftherios Efthimiadis dreht sich aber das Stimmungsbild. Das Duisburger Quartett hat einen Therapieball entwickelt, der mit fünf hochentwickelten Sensoren ausgestattet in der Lage ist, den Krankheitsverlauf bei Menschen mit Demenz zu verlangsamen. Das Staunen über die in vielen Farben leuchtende Kugel ist groß. Aber das Thema greift wesentlich tiefer.

Wöhrl und Williams können die Tränen nicht mehr zurückhalten

Als der bekannte Vierbeiner-Experte die Leidensgeschichte seiner eigenen Mutter offenlegt, muss Wöhrl mehrmals schlucken. Irgendwann geht nichts mehr. Die Löwin steht mitten im Pitch auf und verlässt unter Tränen das Studio. Sekunden später bekommt auch Kollegin Williams glasige Augen: „Ich bin überall unterwegs gewesen auf der Suche nach Hilfe, aber ich habe nichts gefunden“, schluchzt die Löwin.

Wöhrl und Williams öffnen ungewollt ihr privates Familienbuch und geben der Öffentlichkeit einen Einblick hinter die glitzernde Fassade. Demenz und Alzheimer machen auch vor Prominenz und Wohlstand nicht Halt. Der Zuschauer erlebt einen ergreifenden Moment der Hilflosigkeit und Ohnmacht.

Was trotz ausbleibendem Deal-Abschluss (es gibt noch keine belegbaren Studien zum Therapieball) bleibt, ist die Erkenntnis, dass nichts über die Gesundheit und das Wohl der Liebsten geht. Alle drei Sekunden erkrankt auf der Welt ein Mensch an Demenz. Williams und Wöhrl erklären, dass auch sie im engsten Familienkreis betroffen sind. Statt Haltung zu bewahren und sich auf die Lippen zu beißen, öffnen die beiden Löwinnen ihr trauriges Herz. In diesem Augenblick bauen sie eine Brücke für Millionen Menschen, die ebenfalls betroffen sind.  

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