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Das sind die größten Aufreger der Oscar-Geschichte

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Wer siegt in den Kategorien “Beste Hauptdarstellerin” oder “Bester Film”? Das sind die Fragen dieser Nacht kurz vor dem Start der Oscars. Doch das drumherum sollte die Spannung mehr anheizen. Schließlich hat die Show schon einiges an Aufregern über die Jahre produziert.

Wer bekommt den Goldjungen, die Frage wird heute in den frühen Morgenstunden deutscher Zeit bei den 95. Academy Awards beantwortet. In der Geschichte der renommierten Preisverleihung kam es schon des Öfteren zu absurden oder gar schockierenden Momenten. Der Ohrfeigen-Ausraster von Will Smith aus dem vergangenen Jahr, der Komiker Chris Rock neben Schmerzen auch reichlich Material für ein Stand-up-Programm bescherte, toppt sie jedoch alle.

Eine schallende Schelle

Will Smith (r) verpasste dem Chris Rock 2022 eine Ohrfeige, weil dieser einen Witz über die Frisur von Smiths Ehefrau Jada gemacht hatte.

(Foto: Chris Pizzello/Invision via AP/d)

Der bislang größte Aufreger in der Historie der Oscars ist zugleich der jüngste: Als Laudator Chris Rock vergangenes Jahr spontan einen mittelmäßigen, letztendlich aber recht harmlosen, Witz über die Glatze von Jada Pinkett Smith riss, konnte deren Ehemann Will Smith nicht an sich halten. Bekanntlich stürmte er auf die Bühne und schlug dem Comedian ohne Vorwarnung ins Gesicht. Der Vorfall war derartig unfassbar, dass das Live-Publikum vor Ort und vor den Fernsehgeräten zunächst noch dachte, es handele sich dabei wohl um eine einstudierte Nummer. Erst als Smith auch noch von seinem Sitz aus in Richtung des perplexen Rock giftete, wurde klar: Hier ist gerade ein Skandal geschehen, der den gesamten Abend, alle Gewinnerinnen und Gewinner und vor allem Will Smiths Karriere für immer überschatten wird.

Der falsche Film gewinnt

Wie groß war die Freude bei den Machern des Musicals “La La Land”, als ihr Werk 2017 zum “Besten Film” des Jahres gekürt wurde. Doch noch während sie die Dankesrede auf der Bühne hielten, folgte der bis dahin noch nie dagewesene Schock: Aus Versehen sind zwei Umschläge vertauscht worden. Nicht “La La Land”, sondern das Drama “Moonlight” war der rechtmäßige Gewinner des größten Preises des Abends. Die Auflösung sorgte für absolutes Entsetzen bei allen Anwesenden im Dolby Theatre. Diese Peinlichkeit war der bis dato größte Fauxpas in nun fast 100 Jahren Oscars und dürfte den einen oder anderen Unglücksraben den Job gekostet haben.

Politische Brandrede

Michael Moore lieferte ohne Zweifel einen der umstrittensten Auftritte der vergangenen Jahre ab. Als er im März 2003 für seinen Film “Bowling for Columbine” mit dem Oscar für die “Beste Dokumentation” ausgezeichnet wurde, nutzte er seine Dankesrede für die Beschimpfung seines Lieblingsfeindes, des damaligen US-Präsidenten George W. Bush: “Wir sind gegen diesen Krieg, Mr. Bush. Schämen Sie sich, Mr. Bush. Schämen Sie sich!” Den Großteil dieser Rede anlässlich des damaligen Irak-Kriegs konnten jedoch sowohl Fernsehzuschauer als auch die anwesenden Gäste kaum hören – das Orchester hatte kurz nach Beginn von Moores Ansprache lautstark angefangen zu spielen, um die politische Brandrede zu übertönen.

Adrien Brody knutscht Halle Berry

Sehr innig und nicht abgesprochen: Gewinner Adrien Brody knutscht Halle Berry.

Sehr innig und nicht abgesprochen: Gewinner Adrien Brody knutscht Halle Berry.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Einen wahren Gefühlsausbruch dank des Goldjungen leistete sich Schauspieler Adrien Brody. Er wurde 2003 in der Kategorie “Bester Hauptdarsteller” für den Film “Der Pianist” ausgezeichnet. Mit damals 29 Jahren ist er bis heute der jüngste Gewinner in dieser Kategorie. Um seine ganze Begeisterung zu zeigen, war es ihm nicht genug, Laudatorin Halle Berry einfach nur zu umarmen, nein, er fiel ihr stürmisch um den Hals und küsste sie ganz ungeniert auf den Mund. Die völlig überrumpelte Schauspielerin spielte zwar mit, enthüllte Jahre später aber, was ihr wirklich durch den Kopf gegangen ist: “Was zum Teufel geschieht hier gerade?”

Roberto Benigni springt auf Stuhllehnen

Viele dürften sich sicher noch an Roberto Benignis Freudentanz erinnern, als er 1998 den Oscar für den “Besten fremdsprachigen Film” – “Ist das Leben nicht schön” – verliehen bekam. Als er als Gewinner verkündet wurde, kletterte Benigni vor Begeisterung auf die Stuhllehnen und musste sich an Steven Spielbergs Schulter festhalten. Daraufhin hüpfte der Italiener durch den Gang auf die Bühne. Um Benignis Bewegungsfreude zu dämpfen, hatte Oscar-Host Billy Crystal im Folgejahr ein Riesen-Schmetterlingsnetz dabei, um ihn einzufangen.

Aus Versehen geoutet

Da hat sich der “Forrest Gump”-Star wohl vorher nicht genug informiert. Als Tom Hanks 1994 seinen ersten Oscar für den besten Hauptdarsteller im Film “Philadelphia” entgegennahm, bedankte er sich in seiner Rede bei seinem schwulen Oberstufenlehrer. Es gab nur ein Problem: Eben dieser hatte seine Homosexualität bis dahin nicht öffentlich gemacht. Der Lehrer nahm Hanks das Ausplaudern seines Geheimnisses aber zum Glück nicht übel. Im Gegenteil, er nutzte seine neue Bekanntheit und trat einer Organisation bei, die sich um HIV-infizierte Kinder kümmert. Hanks Fauxpas inspirierte Hollywood wenig später sogar zu dem Film “In & Out” mit Kevin Kline.

Flitzer-Alarm bei den Oscars 1974

Wer da war, konnte den Flitzer in voller Pracht sehen. Für die rund 76 Millionen Fernsehzuschauer in aller Welt war jedoch nur sein Oberkörper im Bild.

Wer da war, konnte den Flitzer in voller Pracht sehen. Für die rund 76 Millionen Fernsehzuschauer in aller Welt war jedoch nur sein Oberkörper im Bild.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Ein Mann rennt splitterfasernackt hinter Co-Moderator David Niven (1910-1983, “Der Fluch des rosaroten Panthers”) über die Bühne und zeigt dabei das Peace-Zeichen. Und das im US-Fernsehen! Eigentlich wollte Niven in dem Moment Elizabeth Taylor (1932-2011) ankündigen, die die Nominierten in der Kategorie “Bester Film” vorstellen sollte. Der Brite reagierte ziemlich gelassen auf den Vorfall. Während sich das Publikum amüsierte, kommentierte er: “Der Mann bekommt den einzigen Lacher in seinem Leben dafür, dass er sich auszieht und der Welt zeigt, wo er zu kurz gekommen ist.” Wie sich später herausstellte, steckte hinter dem Flitzer-Auftritt der Fotograf und Künstler Robert Opel (1939-1979).

Sacheen Littlefeather steht für US-Ureinwohner ein

Leinwandlegende Marlon Brando (1924-2004) ging 1973 mit seiner Dankesrede in die Oscar-Geschichte ein, als er für seine unvergessliche Leistung als Vito Corleone in “Der Pate” mit dem begehrten Award ausgezeichnet wurde. Anstatt selbst auf die Bühne zu gehen, schickte er damals eine Vertretung. Die Schauspielerin und Angehörige des Stammes der Apachen Sacheen Littlefeather wies allerdings im Namen von Marlon Brando den Oscar zurück – und begründete dies mit dem Umgang Hollywoods mit amerikanischen Ureinwohnern. Das Publikum reagierte teilweise mit Applaus, teilweise aber mit Buhrufen. Erst 2022 entschuldigte sich die Akademie bei ihr für die Anfeindungen. Sie sei damals “wie eine stolze Indianerin” mit “Würde, Mut, Anmut und Demut” auf die Bühne gegangen, sagte Littlefeather bei der Zeremonie im September. “Ich wusste, dass ich die Wahrheit sagen musste, manche Leute mögen sie akzeptieren, manche nicht.” Die übrig gebliebene Oscar-Trophäe steckte übrigens Bond-Darsteller Roger Moore (1927-2017) kurzerhand heimlich ein. Später musste er sie jedoch wieder zurückgeben.

Sie wollen alle Highlights des wichtigsten Filmpreises der Welt mitbekommen? ntv.de begleitet die Oscar-Verleihung im Liveticker. Am 13. März um 1 Uhr beginnt die Liveübertragung.

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