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Charles III. erlebt ein Wechselbad der Gefühle

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Auf seiner Tour durch die verschiedenen Landesteile hat König Charles III. seine letzte Station Wales erreicht. Bei seiner Ankunft wird er mit Jubel empfangen. Doch dem Monarchen schlägt nicht nur Begeisterung entgegen. Es gibt auch Proteste.

Der neue britische König Charles III. und Königsgemahlin Camilla sind zu einem Besuch in der walisischen Hauptstadt Cardiff eingetroffen. Das Paar landete per Hubschrauber nahe der Burg Cardiff Castle. Per Auto fuhren die beiden dann zur Kathedrale von Llandaff, wo ein Trauergottesdienst für Queen Elizabeth II. abgehalten wurde. Der königliche Wagen wurde mit Jubel und Beifall von den wartenden Menschen empfangen.

Die Reise nach Wales ist der letzte Teil einer Tour durch alle Landesteile, die der neue König nach dem Tod seiner Mutter angetreten hat. Bevor Charles König wurde, trug er den Titel Prinz von Wales. Nun hat sein Sohn William diesen übernommen, dessen Frau Kate jetzt Prinzessin von Wales ist.

Bei einem Besuch im Regionalparlament hob Charles III. die besondere Zuneigung seiner gestorbenen Mutter zu dem britischen Landesteil hervor. „In den ganzen Jahren ihrer Regentschaft könnte Wales ihr nicht mehr am Herzen gelegen haben“, sagte er in einer Rede vor der als Senedd bezeichneten Kammer. Dabei sprach er abwechselnd auf Englisch und Walisisch, einer keltischen Sprache, die noch in weiten Teilen von Wales gesprochen wird.

Charles trug lange den Titel Prinz von Wales, den er nun auf seinen ältesten Sohn William übertragen hat. Dessen Frau Kate ist nun Prinzessin von Wales – so wie einst Williams Mutter Diana. William sei ebenfalls eng mit Wales verbunden durch die Zeit, die er dort gelebt habe, so Charles weiter.

Nur eine „Fußnote“?

Auf dem Programm des Königs stand weiterhin noch ein Treffen mit dem walisischen Regierungschef Mark Drakeford und Parlamentspräsidentin Elin Jones in Cardiff Castle. Wie schon im Vorfeld erwartet, kam es in der Nähe auch zu Protesten. Monarchie-Gegner hielten schweigend Schilder mit Aufschriften wie „Schafft die Monarchie ab“, „Bürger statt Untertan“ oder „Demokratie jetzt“ hoch.

Drakeford spielte die Proteste vor dem Besuch von Charles III. herunter. Die Demonstrationen seien lediglich eine „Fußnote zu den vorherrschenden Gefühlen des Tages“, sagte er der BBC. Dies sei nicht die Woche, in der solche Einwände und Debatten „auftauchen“ sollten.

Zugleich betonte Drakeford: „Die Leute haben ein legitimes Recht zu protestieren, und es gibt eine Vielzahl von Ansichten.“ Er sei zuversichtlich, dass die Polizei bei ihrem Einsatz das Demonstrationsrecht respektieren und sich angemessen verhalten werde. In London und der schottischen Hauptstadt Edinburgh waren bei Protesten am Rande der Trauerzeremonien für die Queen mehrere Menschen festgenommen worden.

Angesprochen auf den neuen Prinz von Wales, Prinz William, sagte Drakeford, er erwarte nicht, dass dieser wie sein Vater Walisisch lernen werde. „Es ist nicht unbedingt die Sprache, die man lernen kann. Niemand wird ein Wunder erwarten.“

William werde aber sicherlich die Bedeutung der walisischen Sprache für viele Menschen und die nationale Identität anerkennen, so Drakeford. Die Waliserinnen und Waliser würden jedes Interesse des Prinzen wertschätzen.

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