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Berliner Partykönig Rolf Eden gestorben

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Über Jahrzehnte ist Rolf Eden einer der bekanntesten Playboys Deutschlands. Er führt in den 70er-Jahren die schillerndsten Diskotheken der Hauptstadt – und schmückt sich Zeit seines Lebens zufolge mit mehr als 1000 Liebschaften. Nun ist Eden im Alter von 92 Jahren gestorben.

Die einstige Legende des Berliner Nachtlebens Rolf Eden ist tot. Eden sei am Donnerstag im Alter von 92 Jahren gestorben, teilte seine Familie mit. Bekannt geworden war der gebürtige Berliner mit mehreren Discotheken wie dem „Eden Playboy Club“ oder dem „Big Eden“. Zudem war Eden auch im Immobiliengeschäft tätig.

„In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass Rolf Eden im Alter von 92 Jahren, am 11.08.2022 im Kreise seiner Familie verstorben ist. Mit Rolf Eden verliert auch Berlin eine Ikone seiner Zeit und er liebte und veränderte diese Stadt wie kein anderer“, heißt es in dem Statement der Familie, aus dem die „B.Z.“ zitiert. „In Dankbarkeit für ein langes und erfülltes Leben müssen wir nun Abschied nehmen und möchten um Respekt und Rücksicht in der Trauerzeit, gegenüber der Familie bitten.“

An zur Schau getragenem Selbstbewusstsein mangelte es Eden nie. „Es gibt einen Bundespräsidenten in Deutschland und einen Playboy – und das bin ich, es ist ein Titel“, sagte er vor zehn Jahren der „Süddeutschen Zeitung“. Den damals noch lebenden Gunther Sachs zählte Eden nicht mehr als Playboy mit – Sachs hatte geheiratet. „Ein Playboy kann nicht verheiratet sein.“

Von Sostheim zu Eden

Eden kam als Rolf Sigmund Sostheim am 6. Februar 1930 in Berlin zur Welt, den Namen Eden gab er sich mit 17 Jahren. Seine Eltern waren Juden, sie verließen Deutschland schon im Jahr der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933. Alle Mitglieder seiner Familie gingen frühzeitig, weshalb die Familie vollständig dem Holocaust entkam.

Gut zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Eden nach Berlin zurück. Manche seiner zum großen Teil in Israel lebenden Familienmitglieder nahmen ihm das übel, er selbst sah kein Problem. Er habe ausschließlich gute Erfahrungen in Deutschland gemacht – „besonders in meinen Klubs“.

Erfinder der Diskotheken

Eden in den 60er-Jahren, als er sein Diskotheken-Imperium aufbaute.

(Foto: imago images/United Archives)

Die Klubs waren das, was Eden zur Marke machte. Der „Eden Playboy Club“ oder das „Big Eden“ wurden Tempel für die in der Wirtschaftswunderzeit nach Unterhaltung und Leichtigkeit gierenden Berliner. Eden gilt als Erfinder der Diskotheken in Westdeutschland, betrieb auch Nachtklubs und machte den Westberliner Kurfürstendamm zum Boulevard der Vergnügungslust.

Mittendrin war Eden selbst: Immer umringt von schönen Tänzerinnen und jungen Frauen, die seine Klubs besuchten. Die Damen hätten ihm in den 50er-Jahren den Titel Playboy gegeben, das habe sich dann bis zur Presse rumgesprochen, sagt Eden.

Sieben Kinder von sieben Frauen

Und so machte das PR-Genie aus seiner Leidenschaft gleich noch ein Geschäftsmodell: Je mehr Frauengeschichten es waren, umso besser, um im Gespräch zu bleiben. Außerdem spielte er in etwa 30 Filmen und blieb auch so ein bekanntes Gesicht.

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Eden (r.) wirkte auch in Filmen mit, wie hier in „Big Eden“ zusammen mit Harald Juhnke.

(Foto: picture alliance / dpa)

Schon vor Jahren bezifferte Eden die Zahl seiner Geliebten auf mehr als 1000. Fast keine sei älter als 30 Jahre gewesen. Fast stolz wirkte er, wenn er seine monatlichen Unterhaltszahlungen nannte – 30.000 Euro für sieben Kinder von sieben Frauen.

Geld spielte auch im höheren Alter bei Eden und seinen Gefährtinnen eine große Rolle: Mal eine Wohnung hier, mal Schmuck oder Geld da, der Playboy war stets großzügig – allerdings erst nach erfolgreicher Jagd, wie er einmal sagte.

Das Talent zum Verführen

Zu seinem Vermögen kam Eden als findiger Geschäftsmann. Seine Klubs verkaufte er schon vor Jahren für viel Geld, Eden investierte zudem viel in Immobilien.

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2012 veröffentlichte er seine Biografie „Immer nur Glück gehabt“.

(Foto: imago stock&people)

Über seine Geschäfte spricht er dabei so offen wie über das Machen von Komplimenten als sein wichtigstes Talent zum Verführen. „Es ist ein uralter Trick: Man macht die Menschen zufrieden, und schon kann man bei ihnen viel mehr erreichen“, sagte Eden der Berliner „Tageszeitung“. „Auch wenn eine Frau nicht so hübsch ist, muss man ihr immer wieder sagen, dass sie so gut aussieht, dass man gleich ohnmächtig wird.“

Es also mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, um ans Ziel zu kommen – das war Edens Credo. Dementsprechend nannte er der „Welt“ mal seine Wunschvorstellung für seinen Grabstein: „Hier liegt der größte Filou aller Zeiten begraben: Rolf Eden.“

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