Größtenteils, sonst würden wir diese Umsatzsteigerungen nicht zeigen. Aber wir bekommen so viele Aufträge, dass uns das vor Herausforderungen stellt. Weil die Nachfrage nach Elektronik und Halbleitern allgemein stark ist, sind die Lieferketten zunehmend angespannt. Das betrifft nicht nur Basler.
Dann kam Ende Juli das Erdbeben in Japan.
In der Region Kumamoto steht eine für uns entscheidende Fabrik: die Bildsensorfertigung von Sony, eine der führenden der Welt. Dieses Werk wurde nach dem Beben zeitweise abgeschaltet. Der Ausfall soll nur einige Wochen dauern, aber aufholen lässt er sich nicht, weil das Werk ohnehin schon zu hundert Prozent ausgelastet lief.
Ihr Umsatz steigt stark, die Beschäftigung kaum. Wer macht die Mehrarbeit?
Wir haben ein stark skalierbares Geschäftsmodell. Der Anteil der Mitarbeitenden, die die bestehenden Aufträge abarbeiten, ist gering. Deshalb können wir aktuell auch mit wenig Personalaufbau gut wachsen.
Zur Person
Hardy Mehl (51) führt die Basler AG seit Januar 2026 als Vorstandsvorsitzender. Der Diplom-Kaufmann kam im Jahr 1999 aus der Mineralölbranche ins Unternehmen. Vor zwölf Jahren stieg er in den Vorstand auf und war vor seiner Berufung zum CEO Finanzvorstand.
Gleichzeitig ist Ihre Forschungsquote gefallen. Sparen Sie da nicht am falschen Ende?
Die Quote ist aufgrund des starken Umsatzanstiegs gesunken, aber wir investieren immer noch den gleichen Betrag wie davor. Allein auf dem Feld der Entwicklung von Bildverarbeitungskomponenten arbeiten über 200 Entwicklungsmitarbeitende, damit bewegen wir uns innerhalb unserer Branche im Spitzenfeld.
Warum ziehen sie die Entwicklungsquote nicht nach?
Weil wir erst sehen wollen, wie nachhaltig der Aufschwung ist. Falls es einen Rücksetzer gibt, wollen wir nicht Mitarbeitende freisetzen müssen, die schwer zu finden sind und eine lange Einarbeitungsphase haben. Wir schauen, wie nachhaltig der Trend ist und wie hoch uns diese Marktphase trägt. Wenn wir klarer sehen – das wird wahrscheinlich gegen Ende des Jahres so sein –, planen wir für die Zukunft. Dann entscheiden wir, ob wir die Organisation weiter ausbauen.
Sie verkaufen Kameras. Ist es schade, dass niemand die Bilder sieht, die Ihre Produkte machen?
Wer sich nicht in dieser Branche bewegt, verbindet mit einer Kamera natürlich immer ein Bild. Wir verkaufen zwar Kameratechnik, doch es handelt sich tatsächlich um Messgeräte. Auf die Bilddaten, die unsere Produkte erzeugen, schauen Algorithmen, die anhand dessen Entscheidungen treffen. Man könnte die Daten zwar auch als Bild für Menschen anzeigen, aber das passiert in der Praxis fast nie.

